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Pro Tennis Fed Cup "Es war wie einseitig gelähmt sein"

Nicole Riner: „Es war wie einseitig gelähmt sein"

10. August 2010

Erst ein Jahr ist es her, seit Nicole Riner zu den 300 besten Tennisspielerinnen der Welt gehörte (bestes Ranking WTA 265). Seither ist jedoch viel passiert. Nach einem Trainerwechsel, Umstellungen im technischen Bereich und einer mehrmonatigen Verletzungspause mit absolutem Spielverbot tastet sich die 20-Jährige jetzt langsam wieder heran. 

Anfang 2010 hatte Nicole Riner ihre Trainingsbasis nach Deutschland verlegt und trainiert seither in Halle/Westfalen. Mit der geographischen Änderung kamen auch technische Anpassungen auf die 20-Jährige zu. So wurde ihr Aufschlag umgestellt, der besser und präziser werden sollte - aber auch nie gekannte Schmerzen im inneren Ellenbogenbereich brachte.

Riner spielte mit Schmerzen, musste pausieren und ihr Training reduzieren. Aus diesem Grund verzichtete sie  Anfang Februar auf einen Einsatz im Schweizer Fed-Cup-Team. Doch alle Hoffnungen, eine Therapie und die verordnete Spielpause würden dem entzündeten Gelenk gut tun, zerschlugen sich. „Bis Ende März habe ich es immer wieder versucht, aber mit Schmerzen und nur 70% Leistung zu spielen, das ging einfach nicht," erklärte Riner rückblickend. In der Folge verbrachte sie mehrere Wochen in der Schulthess-Klinik in Zürich, wo zuerst eine Überbelastung diagnostiziert wurde.

3 Monate lang kein Racket berührt
Trotz der anhaltenden Schmerzen begann sich Riner auf die Sandsaison vorzubereiten und reiste zu diesem Zweck an ein Trainingslager in Kroatien. Den darauffolgenden Einsatz am $ 10‘000-Turnier in Bol musste sie jedoch abbrechen. Seit ihrer Rückkehr in die Schweiz Mitte April hat die Nidwaldnerin kein Racket mehr in den Händen gehalten - Arzttermine und Therapien wechselten sich wochenlang ab, ohne dass sich eine Verbesserung einstellte.

Nach einer rund zweimonatigen Odyssee erkannte ein Handchirurg in Luzern schliesslich den Auslöser der Schmerzen: aufgrund der neuen Belastung beim Aufschlag rieb eine bislang unentdeckte und ungebrauchte Sehne am Nerv, der sich daraufhin entzündete. Die einzige Chance auf Heilung: die Sehne musste entfernt werden. Ende Juni wurde Riner operiert - 6 cm der Sehne wurden entfernt - und musste anschliessend während fast drei Wochen den geschienten Arm absolut stillhalten. „Es war wie einseitig gelähmt sein. Anziehen, frisieren, eine Flasche aufmachen - für alles brauchte ich Hilfe ", erinnert sich die Innerschweizerin, die seit ihrem achten Lebensjahr Tennis spielt.

Der Härtetest steht noch bevor
Seit rund drei Wochen arbeitet Nicole Riner, mittlerweise auf Platz 695 im WTA-Ranking abgerutscht, nun im Nationalen Leistungszentrum in Biel mit Head Coach Kondition Beni Linder vorsichtig am Aufbau. „Die Ärzte sind sehr zufrieden mit dem Heilungsverlauf, die äussere Narbe sieht gut aus und die innere verheilt ebenfalls zufriedenstellend." Erste Versuche mit dem Racket verliefen positiv, „aber ob wirklich alles gut ist, wissen wir erst, wenn ich dann 50 Aufschläge am Stück machen muss", ist sich Riner der entscheidenden Wochen bewusst, die nun vor ihr stehen. Die Interclub-NLA-Saison, auf die sie sich als wichtige Teamstütze von Lido Luzern gefreut hatte, wird sie jedoch nur als Zuschauerin miterleben. "Man hofft und nimmt es von Tag zu Tag. Jetzt habe ich schon so lange pausieren müssen, da kommt es auf eine Woche mehr oder weniger nicht darauf an, solange dann endgültig alles gut verheilt."

 

Frühestens ab Oktober wieder im Einsatz
Der Zeitplan sieht einen ersten Turniereinsatz frühestens für Oktober vor. Genügend Zeit also, um sich auch um andere Dinge zu kümmern. So steht in den kommenden Monaten auch der Erlang eines englischen Sprachdiploms auf dem Programm. „Diese acht Wochen, als alles ungewiss war, waren schlimm. Du hast viel Zeit zum nachdenken. Ich habe mir schliesslich diejenigen Spieler zum Vorbild genommen, die lange verletzt waren und besser als vorher zurückgekommen sind."
Es wäre Nicole Riner zu gönnen, wenn ihre beste Klassierung aus dem letzten Jahr bald wieder in Griffnähe rücken würde.

 

Aktuelles zu Nicole Riner: www.nicoleriner.ch

 

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