«Wer aufs Tempo drückt, tut den Kindern kein Gefallen»

02. August 2019, 9:04

«Wer aufs Tempo drückt, tut den Kindern kein Gefallen»

Kids Tennis

Timo Lanz trainiert in der Swiss Tennis Partner Academy eine Gruppe Kids.

Wer von einer Swiss Tennis Partner Academy liest, denkt wohl zuerst an talentierte Kids im Teenager-Alter auf dem Sprung zum nächsten Karriereschritt. Doch in einer Partner Academy wird vor allem auch sehr viel Basisarbeit geleistet. Philipp Dillschneider erklärt, weshalb in der Partner Academy Luzern die Stufe Orange der Kids Tennis High School besonders im Fokus steht.

Für das Label «Swiss Tennis Partner Academy» verpflichten sich die Partnerschulen von Swiss Tennis nach dem Kinderförderprogramm Kids Tennis High School zu unterrichten. So auch die Partner Academy Luzern.

«Die Kids Tennis High School ist für mich die Basis, damit ich später meinen Job im U15-Bereich gut machen kann», erklärt Philipp Dillschneider, Inhaber der gleichnamigen Tennisschule und Clubtrainer im Tennisclub Allmend Luzern. Und die «Basis» sieht in der Partner Academy Luzern aktuell wie folgt aus: 81 Mädchen und Buben trainieren in der Kids Tennis High School mit vier ausgebildeten Kids Tennis-Leitern.

Eltern sind wichtige Partner
Dillschneider weiss, dass der Erfolg kein Selbstläufer ist. «Um die Kids Tennis High School in einer Region erfolgreich umzusetzen, müssen verschiedene Partner mitmachen.» Eltern müsse man durch gute Kommunikation (z.B. mit Elternabende) vom Konzept überzeugen und regionale Clubs und Tennisschulen mit ins Boot holen, damit sie in die Ausbildung ihrer Trainier und Leiter sowie in Kids Tennis-Material investieren. Ein Aufwand, der sich aber laut Dillschneider mehr als lohnt: «In der Kids Tennis High School können die Kids das Tennisspielen auf spielerische Art lernen. Sie gehen gemeinsam im Team auf Punktejagd, was sie als Gruppe zusammenschweisst. Belohnt werden auf ihrer Punktejagd Einsatz, Wille, Fleiss und Geschicklichkeit.»

Gute Basis legen
Als ausgebildeter Primar- Turn- und Sportlehrer sowie Kids Tennis-Experte ist Philipp Dillschneider besonders die zweite Stufe – die Stufe Orange – wichtig. «Es lohnt sich, bei der Stufe Orange genügend Zeit zu investieren und eine saubere Basis zu legen. Meine Erfahrung zeigt, dass die Kinder dafür später schneller Fortschritte machen.» Dafür lässt die Partner Academy Luzern ihre Kinder möglichst viele Ballwechsel und Punkte spielen. «Das Training ist spielorientiert. Gleichzeitig fördern wir so die taktische Kompetenz, indem die Kids lernen, was sie machen müssen, um einen Punkt zu gewinnen.» Nebenbei werden auch sämtliche Schläge (inkl. Slice und Stoppball) geübt. «Auf Stufe Orange sollte eine motorische Grobform der Schläge erkennbar sein», so Dillschneider. Das braucht Zeit. «Es ist wichtig, dass die Eltern wissen, weshalb wir länger als andere Clubs und Tennisschulen auf den verschiedenen Stufen arbeiten. So haben sie auch Verständnis dafür.»

Den Kindern Zeit lassen
Zeit will Dillschneider seinen Schützlingen genügend einräumen. Durch den gestuften Aufbau der Kids Tennis High School sei gewährleistet, dass die Kinder beim Einstieg ins Turniertennis – z.B. mit dem Junioren Interclub – gut vorbereitet sind und auch Erfolgserlebnisse mit tollen Ballwechseln und vielleicht einen Matchgewinn feiern können. Wichtig sei aber, dass die 10 Lernbausteine pro Stufe sorgfältig erarbeitet würden. «Wer hier aufs Tempo drückt, tut den Kindern kein Gefallen. Diese Kids sind dann in einem Match schnell überfordert und frustriert. Und genau das wollen wir ja nicht. Die Kinder sollen vor allem Spass haben.»

Der Spass am Tennisspielen ist einer der zentralen Anliegen der Kids Tennis High School. «Forscher schätzen, dass Kinder bis zum sechsten Lebensjahr rund 15 000 Stunden spielen sollten, was durchschnittlich acht Stunden pro Tag entspricht. Spielen kann also als Beruf der Kinder bezeichnet werden», so Lucien Schenk, Verantwortlicher Kids Tennis bei Swiss Tennis.

Serie «Swiss Tennis Partner Academy»
In unserem Newsletter stellen wir Ihnen regelmässig eine der zwölf Partner Academies von Swiss Tennis vor und zeigen, was sie und ihre Region beschäftigt.

Bisher erschienen:
Michel Kratochvil Tennis Academy: «Wenn Tennisspielen (zu) teuer wird»

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