„Geld sollte nicht die einzige Motivation zum Unterrichten sein“

29. September 2017, 8:48

„Geld sollte nicht die einzige Motivation zum Unterrichten sein“

Kids Tennis High School

Kinderlachen das ansteckt und motiviert.

Strahlendes Kinderlachen - Das möchte jeder Tennisclub gerne bei sich sehen. Motivierte und engagierte Tennisunterrichtende sind der wohl wichtigste Faktor um Kinder und Junioren im Club begeistern und so langfristig an sich binden zu können. Was aber motiviert Leiter und wie kann man sie bei ihrer Tätigkeit unterstützen?

Guter Tennisunterricht steht und fällt mit der Ausbildung und vor allem auch mit der Motivation der Tennislehrer und -trainer. Was aber motiviert Menschen, sich für eine Sache einzusetzen?

Gründe, sich zu engagieren oder ein Amt, eine Aufgabe zu übernehmen gibt es viele. Psychologisch gesehen, wird dabei zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation unterschieden. Wenn die Motivation stark auf Anreize von aussen (z.B. Geldbelohnung) baut, spricht man von extrinsischer Motivation. Dem gegenüber steht die Motivation aus einer Tätigkeit selbst, die intrinsische Motivation. Hier liegt die Motivation in der Aufgabe selbst (z.B. das Gefühl zu haben, etwas Bedeutsames zu tun).

Hauptsache jemand ist motiviert, möchte man vielleicht einwenden. Doch die Unterscheidung in extrinsische und intrinsische Motivation ist nicht unwesentlich. Intrinsisch motivierte Personen sind im Vergleich mit extrinsisch motivierten Personen nämlich zufriedener mit ihrer Tätigkeit, verfolgen die Ziele hartnäckiger, freuen sich mehr über das Erreichen eines Zieles und kommen besser mit Misserfolgen zurecht (z.B. Sheldon et al., 2004).

Das sind doch gute Gründe, auch bei den Tennisunterrichtenden in den Clubs stärker auf intrinsische Motivation zu setzen. Hier aber besteht manchenorts Verbesserungspotential, wie Jürg Bühler, Ausbildungschef von Swiss Tennis, weiss: „Unter den Tennisleitern in Clubs gibt es immer wieder solche, die nur des Geldes wegen Unterrichten. Im Tennis erhält praktisch jeder Leiter einen Stundenlohn – ganz im Gegensatz zu anderen Sportarten. Geld sollte nicht die einzige Motivation zum Unterrichten sein.“ (Übersicht Lehrpersonen und Durchschnittswerte für Entschädigungen von Tennislehrpersonen). Die Leiterentschädigung steht dann manchmal zusätzlich im krassen Gegensatz zu den ehrenamtlichen Juniorenchefs der Clubs oder anderen Vorstandsmitgliedern. In solchen Fällen gilt es, denn Sinn der Tätigkeit wieder stärker in den Vordergrund zu rücken.

So kann die intrinsische Motivation der Tennisunterrichtenden gefördert werden. Ein paar Tipps:

  • Klare Abmachungen treffen und Verträge abschliessen
  • Tätigkeiten/Aufgaben anbieten, die Leitende befriedigen und Sinn machen
  • Eigenverantwortung stärken und fördern
  • Teamgeist und Leiterteam pflegen
  • Austausch pflegen, Unterstützung anbieten
  • Dank, Wertschätzung und Anerkennung aussprechen
  • Konstruktive Rückmeldungen geben
  • Anstand und respektvoller Umgang gegenüber Clubmitgliedern, Kindern, Eltern usw. vorleben
  • Weiterbildungen anbieten und fördern
  • mehr Infos und Hilfsmittel von J+S zum Thema

 

Leadership im Tennisclub am Forum für Juniorenverantwortliche

Das nächste Forum für Juniorenverantwortliche vom Samstag, 2. Dezember 2017, in Biel widmet sich dem Thema „Leadership im Tennisclub – Ideen und Tipps zum Führen des Leiterteams“. Gastreferent ist Prof. Dr. Bernhard Koye (Institutsleiter der Kalaidos Fachhochschule Wirtschaft, Swiss Tennis Delegierter und dipl. Tennislehrer/Trainer B).

Programm und weitere Informationen

Die Teilnahme ist kostenlos (inkl. Lunch). Anmelden kann man sich bis am 9. November 2017 unter www.swisstennis.ch/kurse_funktionaere.

Ein paar Impressionen der letzten beiden Ausgaben des Forum für Juniorenverantwortliche:

 

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