1:1 - Bacsinszky gleicht aus

18. April 2015, 15:26

1:1 - Bacsinszky gleicht aus

Timea Bacsinszky setzte sich klar in zwei Sätzen durch

Nach dem ersten Tag ist im Fedcup-Playoff um den Aufstieg in die Weltgruppe I zwischen Polen und der Schweiz alles offen. Martina Hingis verblüffte bei ihrem Einzel-Comeback nach siebeneinhalb Jahren trotz einer Niederlage, Timea Bacsinszky gewann hoch überlegen.

Alle Augen waren in Zielona Gora auf die nominelle Nummer 4 im Schweizer Team gerichtet, die nicht einmal über ein Einzel-Ranking verfügt. Und Martina Hingis enttäuschte nicht, auch wenn sie am Ende deutlich 4:6, 0:6 gegen Agnieszka Radwanska unterlag. Die polnische Weltnummer 9 und Wimbledon-Finalistin musste im ersten Satz ihr ganzes Können ausspielen, um sich gegen die 34-jährige Ostschweizerin erfolgreich aus der Affäre zu ziehen.

Die Vorentscheidung fiel am Ende dieses Startsatzes. Zweimal hatte Hingis, die ihr letztes Einzel auf höchstem Niveau im September 2007 bestritten hatte, einen Breakrückstand gleich bei erster Gelegenheit wieder wettgemacht - zum 2:3 und zum 4:5. Dann gab sie aber bei eigenem Aufschlag einen 40:0-Vorsprung aus den Händen. "In diesem Moment habe ich etwas zu passiv gespielt", ärgerte sich Hingis. Radwanska kehrte ins Game zurück, und nach 48 Minuten blieb beim ersten Satzball Radwanskas ein Passierball der Schweizerin an der Netzkante hängen.

Im zweiten Durchgang waren die Rollen klarer verteilt. Die Favoritin hatte ihren Rhythmus gefunden und konnte Hingis stärker unter Druck setzen. Vor allem mit dem Aufschlag verschaffte sie sich mehr Gratispunkte. Nach 76 Minuten holte sich die Polin mit einem Returnwinner die Partie und brachte das Heimteam 1:0 in Führung.

Dennoch machte sich Hingis nicht viele Vorwürfe. Die Nummer 4 der Doppel-Weltrangliste ging keineswegs unter und stellte immer wieder ihre Übersicht und das feine Händchen am Netz unter Beweis. "Zu Beginn waren wir beide nervös, aber insgesamt war es ein sehr guter erster Satz", stellte sie fest. Dann habe Radwanska aber in den entscheidenden Momenten zulegen können. "Deshalb ist sie eine Top-Ten-Spielerin." Sie habe aber viel Matchpraxis und Vertrauen für die Spiele von heute Sonntag sammeln können. "Ich bin stolz auf meine Leistung", sagte Hingis.

Captain Heinz Günthardt strich vor allem den Effort von Hingis für das Team heraus. "Sie macht das nicht für sich", betonte er. "Sondern weil die Equipe sie braucht." Er würde keine Spielerin aufstellen, der er nicht den Sieg zutraut, aber mehr als Hingis im ersten Satz habe niemand erwarten können. Er bedauerte einzig, dass sie nicht noch etwas öfter ans Netz vorrücken konnte.

Bacsinszky traumwandlerisch sicher

Angesichts des Rummels beinahe etwas unter ging ein wiederum äusserst souveräner Auftritt von Timea Bacsinszky gegen Urszula Radwanska. Die Waadtländerin, die nun 16 ihrer 17 letzten Partien gewonnen hat, musste beim 6:2, 6:1 keinen Breakball abwehren. Sie hätte sogar noch deutlicher gewinnen können, nützte sie doch nur gerade 5 ihrer 13 Breakchancen. Insbesondere der Aufschlag funktionierte mit vier Assen und sechs Servicewinnern hervorragend. "Ich bewegte mich gut und habe den Druck stets aufrecht erhalten", bilanzierte die 25-jährige Lausannerin zufrieden.

Damit ist für heute Sonntag (12.00 Uhr, TV24 live) alles offen. Ein Schlüsselspiel dürfte das Duell zwischen den beiden Nummern 1 Agnieszka Radwanska und Bacsinszky sein. In der aktuellen Form, geht die Schweizerin nicht als Aussenseiterin in dieses Spiel, auch wenn sie selber sagt: "Ich bin sicher nicht Favoritin.".

Danach wird sich weisen, ob Heinz Günthardt gegen die jüngere Radwanska-Schwester nochmals Hingis das Vertrauen schenkt oder sie für das abschliessende Doppel schont. Der Entscheid sei gefallen, sagte der Captain, aber er werde ihn natürlich nicht kommunizieren. Es dürfte erneut Hingis sein, die das vierte Einzel spielt, auch wenn sie dann wohl drei Matches in zwei Tagen austragen muss. Sie spiele nicht mehr auf der Einzeltour, weil es physisch sehr hart wäre, bei Turnieren regelmässig fünf oder sechs Tage hintereinander spielen zu müssen, erklärte sie. Für den Fedcup würde sie aber alles riskieren. "Wir haben zwei Physiotherapeuten hier", meinte sie lachend. "Und nachher habe ich drei Tage frei. Es macht also nichts, wenn ich dann ins Spital eingeliefert würde."

 

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