Attraktive Angebote und Events für Jugendliche schaffen

18. Dezember 2019, 8:16

Attraktive Angebote und Events für Jugendliche schaffen

Attraktive Angebote für Jugendliche im Tennisclub schaffen

«Treffpunkt» für Jugendliche im TC Jegenstorf.

«Wie mache Ich meinen Club für Jugendliche attraktiver?» lautete die grosse Fragestellung am diesjährigen Forum für Juniorenverantwortliche in Biel. Hier haben wir interessante Ansätze und zwei erfolgreiche Beispiele aus der Praxis zusammengetragen.

Ab dem 13 Lebensjahr nimmt die Zahl der tennisspielenden Jugendlichen in den Clubs ab. Die höchste «Drop-Out-Quote» haben die 14- bis 18-Jährigen. Deshalb widmete sich das diesjährige Forum für Juniorenverantwortliche Anfang Dezember genau dieser Zielgruppe und ging der Frage nach: Was können Clubs unternehmen um für Jugendliche attraktiv zu bleiben oder wieder zu werden?
 
Trainingsmöglichkeiten für Jugendlichen attraktiv und flexibel gestalten
Viele Jugendliche wollen sich aus Zeitmangel oder aufgrund anderer Interessen nicht mehr für ein halbjähriges Gruppentraining verpflichten. Zusätzlich können und wollen sich viele Jugendliche die relativ teuren Trainingskurse nicht mehr leisten und kehren daher dem Tennissport mittelfristig den Rücken zu. Um diesen Tendenzen entgegenzuwirken, sollten Clubs und Center möglichst attraktive und flexible Trainingsgefässe schaffen.
 
Beim TC Jegenstorf setzt man diese flexible Trainingsmöglichkeit für Jugendliche mit einem «Treff Punkt» um. Die interessierten Jugendlichen werden zu Beginn der Saison in eine Whatsapp-Gruppe eingeladen. Ziel ist das regelmässige gemeinsame Spielen an möglichst vielen Samstagvormittagen. Dabei sind zwei der drei Plätze von 10.30 bis 12 Uhr für die Jugendlichen reserviert. Anschliessend wird zusammen gegessen. Den Jugendlichen ist es freigestellt, ob und wie lange sie bleiben. «Ich bin überrascht, dass die Jugendlichen teilweise bis weit in den Nachmittag hinein auf der Anlage verweilen, zusammen spielen oder sich einfach nur miteinander unterhalten», erzählt Markus Walter, Juniorenverantwortlicher beim TC Jegenstorf. An diesem Event können die Jugendlichen auch externe Kollegen mitnehmen. «Dadurch konnten wir schon den einen oder anderen für die Sportart Tennis begeistern und dazu bewegen, Mitglied in unserem Club zu werden.» Das Angebot ist kostenlos, einzig für das Mittagessen müssen die Jugendlichen CHF 5.00 bezahlen. Um die Essensmenge kalkulieren zu können, muss jeweils bis am Donnerstagabend eine Zusage in der Whatsapp-Gruppe erfolgen.
 
Mit Events im Tennisclub Jugendliche begeistern
Auch mit losen Events im Tennisclub kann man Jugendliche begeistern. Wichtig ist bei der Planung und Durchführung eines Events für Jugendliche unter anderem, dass den jüngeren Clubmitgliedern Verantwortung übertragen wird, dass diese ins Organisationskomitee eingebunden werden und sie die Programminhalte mitgestalten können. Zusätzlich sollen die jungen Clubmitglieder für den Event selber Jugendliche mobilisieren und über neue, altersgerechte Kommunikationskanäle (Insta, Snapchat, Whatsapp, usw.) Werbung machen.
 
Beim TC Jegenstorf hatte der Juniorenverantwortliche Markus Walter die Idee für einen «24-Stunden-Event». Weil insbesondere die Jugendlichen jeweils bei anderen Club-Anlässen das Spielen bis Spätabends genossen, wurde die Idee für einen «24-Stunden-Event» weiterverfolgt. Aus dem Event, der anfangs für Jugendliche gedacht war, ist ein grosser Clubevent für alle Generationen geworden. Das Ziel des «24-Stunden-Events» war es, dass auf mindestens einem Platz während 24 Stunden ununterbrochen ein Ball gespielt wird. Im Vorfeld konnten sich die Clubmitglieder online für die verschiedenen Zeitfenster eintragen. Die Nachfrage war so gross, dass zeitweise 30 Personen gleichzeitig gespielt haben. Die Zeitfenster vom Abend bis in die frühen Morgenstunden wurden vorwiegend von Jugendlichen und jungen Erwachsenen abgedeckt, bevor sie dann am nächsten Morgen von der älteren Garde abgelöst wurden. Einige Junioren kamen sogar nach dem Ausgang direkt auf den Tennisplatz, um den Ball weiter im Spiel zu halten. Untermauert wurde der Event mit einem kleinen Rahmenprogramm. «Wir haben auf der Anlage sogar Zelte aufgestellt, so dass die hartgesottenen Daueranwesenden zwischendurch wenigstens ein paar Minuten schlafen konnten», erinnert sich Markus Walter an den gelungenen Anlass.
 
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