07. Oktober 2015, 11:13

Davis Cup – Background statt Tribüne

Wie versprochen, folgt hier mein zweiter Blog. Diesmal jedoch nicht über meinen Arbeitsalltag im Büro in Biel, sondern meinen Einsatz am Davis Cup in Genf.

 

Bereits am Mittwoch durfte ich nach Genf reisen um bei den letzten Vorbereitungen zu helfen. Kaum angekommen, hatte ich schon Schrauben in der Hand um die Spielerbänke mit einem Helfer der Palexpo zusammenzusetzen. Wirklich Zeit zum aklimatisieren blieb mir nicht. Nachdem die Bänke dann montiert waren, gab es einen geführten Rundgang damit ich mich auch in der riesigen Halle zurechtfinden kann, wäre schliesslich nicht so toll wenn ich auf Abruf irgendwo hin muss aber schlichtweg keinen Plan habe wohin. So viele Ausgänge und Eingänge, wie ein kleines Labyrinth...

Mit meinem Badge welchen ich zu Beginn erhalten hatte, waren mir praktisch keine Türen verschlossen. Somit war ich dann zum Beispiel zuständig dafür, dass in den Spielerlounges immer genug Handtücher, Getränke und Essen bereitstanden. Da kommt es doch auch mal vor das man einen Herrn Roger Federer antrifft. Was man alles so für Vorteile mit so einem Badge hat!

Kleinere Jobs wie Kaffemaschinen putzen bzw. Kapseln auffüllen etc. blieben mir (wie auch im Büro in Biel) nicht erspart. Jedoch war es hier nicht nur eine, sondern ca. acht Maschinen verteilt in diversen Büros. Auch Kühlschränke auffüllen, Kameramänner aufs Dach begleiten, Parkkarten im Hotel hinterlegen etc. gehörte alles zu meinen kleinen Aufgaben, welche sich aber sehr schnell summieren konnten. Somit hat sich das Tagespensum während der Davis-Cup-Woche von einem 8.5-Stunden-Tag auf einen 11-12-Stunden-Tag verlängert.

Zugegeben recht amüsant war noch jeweils das Platzputzen welches vor sowie nach jedem Match gemacht werden musste. Eine Platzhälfte musste ich übernehmen, die andere von einem zweiten Helfer. Zum Glück konnte ich dies am Mittwoch und Donnerstag noch „üben“ sonst wäre dies bestimmt an den Matchtagen unter Zeitdruck schiefgegangen.

Beim Zuschauen der Matches (das waren meine grossen Pausen) durfte ich einen enormen Vorteil gegenüber den Zuschauern geniessen. Ich konnte mich im Stadion hinsetzen wo ich wollte, ja sogar zwei Reihen hinter den Spielern! So nah dabei sein zu können ist schon ein komplett anderes Gefühl. Man kann die Matches wirklich mitleben. Jede Emotion nachvollziehen.

Falls sich mal einige Leute gefragt haben, wie die ganzen Programmhefte sowie BREAK-Plakate auf die Sitze kommen ... die durften mein Kollege und ich jeweils am Abend vor den Matches auf Paletten durch die ganze Halle ziehen und vor jedem Stadioneingang verteilen. Zum Glück nicht noch auf jedem Sitz verteilen. Dafür herzlichen Dank an die Benevols, welche diesen Job übernahmen.

Was mich persönlich am meisten beeindruckte an diesen sechs Tagen welche ich dort verbringen durfte, ist der Aufwand und die Arbeit, welche dahintersteckt um so einen Anlass auf die Beine stellen zu können. Und es hat mir wirklich viel Spass gemacht "part of the team" sein zu können. Auch wenn ich abends immer froh war, in meinem Bett zu liegen.

Dimitri Bretting

Neuen Kommentar schreiben

glqxz9283 sfy39587stf02 mnesdcuix8