Der Start in die Königsklasse steht bevor

29. Juli 2019, 14:57

Der Start in die Königsklasse steht bevor

Schnappen sich der TC Seeblick bei den Herren und der Grasshopper-Club bei den Damen den jeweils dritten Titel in Folge?

Schnappen sich der TC Seeblick bei den Herren und der Grasshopper-Club bei den Damen den jeweils dritten Titel in Folge? Wie schlagen sich die Aufsteiger? Die NLA der Aktiven verspricht Tennis auf Spitzenniveau mit internationalen und nationalen Aushängeschlidern. Vom 30. Juli bis 11. August 2019 kämpfen insgesamt elf Teams um die Schweizer Meistertitel in der höchsten Spielklasse des Landes.

Der traditionsreichste und wichtigste Anlass im Schweizer Tennis, die Rado Interclub-Meisterschaft, gipfelt während zwei Wochen in der Meisterschaft der Königsklasse, der Nationalliga A. Die diesjährigen Kaderlisten sind wiederum gespickt mit nationalen und internationalen Tennisgrössen. Bei den Herren ist ausser Henri Laaksonen das komplette Davis-Cup-Team gemeldet: Marc-Andrea Hüsler und Jakub Paul (Seeblick ZH), Sandro Ehrat (Froburg Trimbach) und Jérôme Kym (Grasshopper-Club) sind wichtige Stützen ihrer Teams. Bei den Damen sind die Topstars aus Schweizer Sicht vereint in einer Mannschaft: Timea Bacsinszky, Conny Perrin und Ylena In-Albon vertreten die Farben von Nyon. Die Meisterschaft 2019 verspricht viel Spannung und Tennissport auf höchstem Niveau.

Kann der TC Seeblick den Titelhattrick realisieren?
Der TC Seeblick aus dem Zürcher Stadtteil Wollishofen will nach den überzeugenden Meistertiteln in den vergangenen zwei Jahren wieder ein kräftiges Wort um die Titelvergabe 2019 mitreden. Auch in diesem Jahr findet die Finalrunde auf ihrer Heimanlage statt, was den Zürchern eine zusätzliche Motivationsspritze geben wird. Beeindruckend ist wiederum die Qualität an Schweizer Spielern. Marc-Andrea Hüsler, Robin Roshardt, und Jakub Paul gehören zur nationalen Spitze. Mit Dominic Stricker haben sie auf diese Saison hin den zurzeit besten Schweizer Junior auf internationaler Ebene, für die Mannschaft gewinnen können. Kein anderes Team weist eine derart kompakte Leistungsdichte der Schweizer auf wie der Titelverteidiger.

Der Grasshopper-Club aus Zürich will die Seeblick Dominanz durchbrechen
Die grosse Konkurrenz für den TC Seeblick kommt wie in den Vorjahren aus der gleichen Stadt. Der Traditionsverein Grasshopper-Club ZH formuliert auch als einziges Team das Ziel, den Meistertitel zu gewinnen. Zu Recht, der Rekordmeister und letztjährige Finalist konnte mit Gianluca Mager (ITA, ATP 132) und Alessandro Giannessi (ITA, ATP 148) zwei starke Italiener gewinnen. Ausserdem gelang es den Zürchern, den ehemaligen Topspieler Florian Mayer (GER) zu verpflichten. «Flo» war dereinst in den ATP Top 20 zu finden und gab Ende 2018 seinen Rücktritt. Komplettiert wird die Mannschaft mit einer starken Schweizer Fraktion bestehend aus Raphael Lustenberger, Adrian Bodmer, Adrien Bossel, Raphael Baltensberger, Henry von der Schulenburg, Jérôme Kym und Leandro Riedi.

Genève Eaux-Vives mit eingespieltem Team
Der Meister von 2016, Genève Eaux-Vives, stellt 2019 ein eingespieltes Team, gehört aber nicht zu den Topfavoriten. Der Genfer Traditionsverein verfügt mit Antoine Bellier, Johan Nikles und neu Remy Bertola über gute Schweizer Spieler, die stets für Punkte gut sind. Auf den Ausländerpositionen zählen die Genfer 2019 auf die internationale Klasse von Stefano Napolitano (ITA, ATP 181), Marco Trungelliti (ARG, ATP 210), Enrique Lopez-Perez (ESP, ATP 218) Daniel Masur (GER, ATP 291) und Kenny de Schepper (FRA, ATP 270). Mit diesem Kader sollte die Teilnahme an der Finalrunde machbar sein, was auch das angestrebte Zielt der Genfer ist.

Froburg Trimbach setzt auf Schweizer
Froburg Trimbach setzt in diesem Jahr komplett auf die Dienste von Schweizer Spielern. Der bekannteste davon ist Davis-Cup-Spieler Sandro Ehrat, er wird das Team auf Position eins anführen. Im Quervergleich mit den anderen Teams hat Ehrat durchaus Chancen, den einen oder anderen Punkt zu erspielen. Ausserdem verfügen die Solothurner mit Cristian Villagran, Yann Marti, Adam Moundir und Vullnet Tashi über gestandene Schweizer Cracks. Ausser Moundir, der eher die harten Beläge bevorzugt, besitzen die anderen ihre Qualitäten auf Sand, der Hauptunterlage des Rado Interclubs. Es wird spannend zu beobachten sein, ob die Trimbacher mit dieser Konstellation konkurrenzfähig sein werden und sich für die Finalrunde qualifizieren können. Das primäre Ziel der Solothurner dürfte aber der kommunizierte Ligaerhalt sein.

CT Neuchâtel strebt Ligaerhalt an
Der Überraschungs-Halbfinalist der letzten beiden Jahre, der CT Neuchâtel, will auch in diesem Jahr den sicheren Ligaerhalt realisieren – am liebsten mit der wiederholten Teilnahme an der Finalrunde. Auf den Ausländerpositionen sicherten sich die Neuenburger die Dienste von fünf Spielern. Der bestklassierte davon ist Andrej Martin (SVK, ATP 120), der vorwiegend auf der ATP Challenger Tour aktiv ist. Die Schweizer im Kader von Neuchâtel sind seit Jahren eine verschworene Einheit. Mirko Martinez, Damien Wenger und Louroi Martinez gehören allesamt zu den 30 besten Spielern der Schweiz. Mit Luca Margaroli besitzen die Romands zudem über einen starken Trumpf im Doppel.

Aufsteiger Nyon mit schwieriger Saison vor der Brust
Der Aufsteiger, die Herrenmannschaft des TC Nyon formuliert als Ziel den Ligaerhalt, was aber aufgrund der gemeldeten Mannschaft zu einer schwierigen Aufgabe verkommt. Auf den Ausländerpositionen sind die Westschweizer im Quervergleich zu den anderen Teams schwach besetzt. Mit Yannick Reuter und Julien Dubail figurieren zwei Belgier im Kader, die beide auf der ITF World Tennis Tour zu Hause sind und somit kein ATP Ranking aufweisen. Auf den Schweizer Positionen setzen die Westschweizer vorwiegend auf Routine. Mathieu Guenat und Yannick Thomet sind gestandene IC-Spieler, aber fokussieren sich mittlerweile mehr auf das Coachen von Spielern, als selbst Wettkämpfe zu bestreiten. Dahinter hat der TC Nyon junge Nachwuchskräfte gemeldet, die erste Interclub-Erfahrungen sammeln sollen. Man muss kein Hellseher sein um festzustellen, dass die erste NLA-Saison für Nyon schwierig wird.

IC NLA Damen: Grasshopper ZH oder Nyon?
Bei den Damen spielen in dieser Saison nur fünf Teams um den Titel. CS Cologny hat sich im vergangenen Herbst aus der NLA zurückgezogen. Der freigewordene Platz konnte nicht besetzt werden. Dies hat zur Folge, dass in diesem Jahr kein Team absteigen kann. Auf den ersten Blick scheinen die Teams aus dem Grasshopper-Club ZH und Nyon die besten Chancen auf den Titel zu haben.

Der Grasshopper-Club will wieder Meister werden
Der Titelverteidiger aus den vergangenen zwei Jahren, der Grasshopper-Club aus Zürich, wird auch in diesem Jahr ein starkes Team stellen. Ob es für die Titelverteidigung reichen wird, hängt stark von der Form ihrer Spielerinnen ab. Auf dem Papier sind die «Hoppers» durchaus in der Lage, den Coup zu wiederholen. Mit Mandy Minella (LUX, WTA 142), Barbara Haas (AUT, WTA 161) und Kathinka von Deichmann (LIE/SUI, WTA 280) sind sie auf den vorderen Positionen gut besetzt. Auf den Positionen der Schweizerinnen wird mit Spannung zu beobachten sein, wie es um die Form von Amra Sadikovic steht. Die Schweizerin hatte jüngst ihr Karriereende verkündet. In der Teamkonstellation 2019 wird die junge Simona Waltert eine wichtige Rolle einnehmen und für den einen oder anderen Punkt sorgen müssen. Wenn die «Hoppers» ihre Leistungen auf den Platz bringen, sind sie ein ganz heisser Kandidat für den Titelhattrick.

Nyon mit geballter Fed Cup Power
Der TC Nyon konnte seine starke Mannschaft aus dem Vorjahr zusammenhalten und verzeichnete nicht einen einzigen Abgang. Mit Timea Bacsinszky, Conny Perrin und Ylena In-Albon verfügen die Romands über drei Fed-Cup-Spielerinnen auf den ersten drei Positionen. Neu zum Team stösst die aktuelle Schweizermeisterin der Aktiven Tess Sugnaux, was die Leistungsdichte im Team nochmals erhöht. Auf den Ausländerpositionen sind Tara Moore (GBR, WTA 463) und Georgia Brescia (ITA, WTA 618) gemeldet, welche auch seit Jahren zum eingespielten Team gehören. Allgemein scheint der Teamspirit bei den Westschweizerinnen ein grosser Erfolgsfaktor zu sein. Mit Nyon ist also zu rechnen, wenn es um den Meistertitel geht.

Chiasso nimmt Finalteilnahme ins Visier
Das Team des TC Chiasso will nach der letztjährigen Finalrundenqualifikation auch in diesem Jahr mindestens so weit kommen, wenn nicht sogar ins Endspiel vorstossen. Das Team aus dem Südtessin hat auf den Ausländerpositionen Neuzugänge zu vermelden. Die Nummer eins der Mannschaft ist gemäss Kaderliste Valentyna Ivakhnenko (RUS, WTA 250). Die Russin gewann bis dato sieben Turniere auf Profistufe. Mit Susan Bandecchi ist eine Tessinerin im Team, die für Identifikation sorgt. Bandecchi gewann in diesem Jahr erstmals einen Titel auf der ITF World Tennis Tour Stufe W25 und scheint in guter Form zu sein. Joanne Züger und Nina Stadler komplettieren das Schweizer Trio der Südtessiner. Ob dies zur gewünschten Finalteilnahme reichen wird?

Sursee setzt wiederum auf lokale Juniorinnen
Der TC Sursee hat im Vorjahr eine solide NLA-Premiere gefeiert und den Klassenerhalt bewerkstelligt. In diesem Jahr streben die Zentralschweizerinnen den nächsten Schritt an. Die Girls aus Sursee wollen nach Zürich an die Finalrunde. Aufgrund der Tatsache, dass in diesem Jahr nur fünf Teams bei den Damen mitwirken und es keine Absteigerinnen geben wird, eine durchaus logische Formulierung. Auf Papier scheint es so, dass sich Sursee mit Aufsteiger Weihermatt um den begehrten Platz an der Finalrunde duellieren wird. Die stärkste Spielerin des TC Sursee ist gemäss Kaderliste Monika Kilnarova (CZE, WTA 445). Die Schweizerinnen im Team sind hingegen nicht so stark klassiert wie bei den zu favorisierenden Teams. Mit Kristina Milenkovic und Kiara Cvetkovic gibt man in Sursee weiterhin lokalen Juniorinnen, die in ihren Jahrgängen zur nationalen Spitze gehören, die Möglichkeit, NLA-Luft zu schnuppern.

Aufsteiger Weihermatt mit intakten Chancen auf Finalrunde
Der Aufsteiger kommt in diesem Jahr aus Urdorf. Der TC Weihermatt hat sich im Vorjahr souverän in die NLA gespielt und will gleich den Sprung in die Finalrunde schaffen. Auf den vorderen Positionen setzten die Zürcherinnen auf ausländische Verstärkung. Anastasia Zarycka (CZE, WTA 210) und Julia Grabher (AUT, WTA 239) führen die Equipe an. Dahinter erhalten junge Schweizer Spielerinnen die Chance, in der obersten Liga mitzuwirken. Fiona Ganz und Valentina Ryser gehören zu den Schweizer Nachwuchshoffnungen. Ryser konnte in diesem Jahr an drei Junioren-Grand-Slams mitwirken, dies nicht zuletzt dank starken Leistungen auf der ITF-Juniorentour. Komplettiert wird das Team mit Jenny Dürst und Sarah Schärer. Mit diesem Kader muss sich der Aufsteiger nicht verstecken, erhält aber auch keine Geschenke erteilt.

Die erste Runde
Am Dienstag, 30. Juli beginnt die neue Saison. Und es warten gleich in der ersten Runde einige spannende Duelle: Bei den Herren eröffnet der Titelverteidiger aus Seeblick mit einem Heimspiel gegen Froburg Trimbach. Zudem kommt es zum Westschweizer Derby zwischen Genève Eaux-Vives und Neuchâtel. Der Rekordmeister GC misst sich mit Aufsteiger Nyon. Bei den Damen kommt es am ersten Spieltag zur Neuauflage des Vorjahresfinals zwischen GC und Nyon, zudem duellieren sich Chiasso und Aufsteiger Weihermatt. Sursee geniesst einen spielfreien Auftakt.

Finalrunde in Zürich
Die Rado Interclub NLA-Meisterschaft endet mit der Finalrunde vom 10./11. August 2019 in Zürich. Nach der diesjährigen Ausgabe im TC Seeblick wird die Finalrunde weiterziehen, um den Zweijahresturnus einzuhalten.

Weitere Informationen zur NLA

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