Fünf SchweizerInnen in den Top-10 der Welt

09. Mai 2016, 9:59

Fünf SchweizerInnen in den Top-10 der Welt

Gleich fünf Schweizerinnen und zwei Schweizer gehören aktuell den Top-10 der Weltrangliste (Einzel und Doppel) an.
 

Noch nie standen gleichzeitig fünf Schweizerinnen und Schweizer in den Weltranglisten der ATP und WTA unter den Top 10 – bis heute: Martina Hingis (Nr. 1 im Doppel), Roger Federer (ATP 2), Stan Wawrinka (ATP 4), Belinda Bencic (WTA 8) und Timea Bacsinszky (WTA 10) tragen zu dieser unglaublichen Première bei. „Es liegt an der Schokolade“ twitterte Letztere als augenzwinkernde Erklärung zu diesem Erfolg.

 

Aktuell gibt es nur ein weiteres Land, das gleichzeitig in den Top-10 der Einzel- und Doppelweltranglisten bei den Frauen/Männern über fünf Athleten verfügt: Frankreich, dessen Einwohnerzahl mit 66 Mio. rund achtmal höher und deren Budget im Tennis-Spitzensport etwa 30 Mal höher als dasjenige der Schweiz ist. Für die Abteilung Spitzensport bei Swiss Tennis ist eines klar: eine einfache Erklärung für diesen Erfolg gibt es natürlich nicht. „Spitzenspieler aus dem eigenen Land sind natürlich riesige Motivatoren – sie zeigen den Jungen auf, wie weit man es mit Disziplin, Professionalität und harter Arbeit schaffen kann“, so Swiss Tennis-Headcoach Yves Allegro. „Andererseits bauen solche Ausnahmeathleten auch zusätzlichen Druck auf die nachkommenden Generationen auf. Die einen wachsen daran, für andere kann die erhöhte Erwartungshalten der Öffentlichkeit, der Medien, aber auch des eigenen Umfeldes zu einem Hemmschuh werden.“

Flexible Strukturen als Wegbereiter
Alessandro Greco, Leiter Spitzensport, sieht die Basis für den aktuellen Schweizer Erfolg im Tennis auch in den in der Schweiz bewährten Strukturen: „Wir haben ein Fördersystem aufgebaut, das von seiner grossen Flexibilität lebt. Wir versuchen, innerhalb einer gewissen Basisstruktur jedem Athleten entgegenzukommen und ihnen zu bieten, was sie brauchen, um ihren Weg gehen zu können.“  So wurden auch die fünf SpielerInnen, die aktuell die Schweiz an der Weltspitze vertreten, auf ganz unterschiedliche Art und Weise zu Beginn oder auch während ihrer Karriere von Swiss Tennis unterstützt. „Ob das finanziell, mit personellen Ressourcen oder auch kostenlosten Trainingsmöglichkeiten ist, wird individuell mit dem Athleten und seinem Umfeld vereinbart.“ so Greco.

Das Loch, das sich insbesondere bei den Männern hinter der Spitze aufgetan hat, wird jedoch auch in den nächsten Jahren nicht verschwinden. Allegro blickt realistisch in die Zukunft: „Roger und Stan werden nicht mehr ewig spielen. Auch wenn in den vergangenen Jahren zentral und dezentral hart gearbeitet wurde und wird, dauert es noch einige Zeit, bis wir wieder vermehrt Spieler in den Top 300 der Welt haben werden. Schon das ist in einer Weltsportart wie Tennis, in der weltweit Zehntausende versuchen, unter die Besten zu kommen, ein grosser Erfolg, das darf man nicht vergessen.“  
 

Kleine Schweiz mischt ganz vorne mit
Essentiell für die Entwicklung an der Spitze ist aber auch das Wachstum an der Basis. Gemäss einer europaweiten Studie von Tennis Europe aus dem vergangenen Jahr gehört die Schweiz mit einem Anteil von 7.53% Tennisspielenden an der Gesamtbevölkerung zu den Spitzenreitern in Europa. Diese rund 620 000 Tennisspielenden können auf rund 3 600 Courts ihrer Leidenschaft nachgehen – damit gehört die Schweiz zu den 15 Ländern mit den meisten Tenniscourts in Europa. Nicht zu vergessen ist auch die Wichtigkeit des Ausbildungstandards von Lehrpersonen im Tennis – seit Jahren gehört die Schweiz weltweit zu den wenigen Ländern, deren Ausbildungssystem für Lehrpersonen und Funktionäre vom Internationalen Tennisverband bereits zum zweiten Mal mit Gold ausgezeichnet wurde.

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