26 mai 2016, 9:56

Mit Xenia Knoll hinter den Kulissen von Roland Garros

Die Lysser Doppelspielerin Xenia Knoll (23) hat sich erstmals für ein Grand-Slam-Turnier qualifiziert. Die Nummer 73 der Welt in der WTA-Doppelrangliste nimmt uns bei ihrem Abenteuer in Roland Garros mit hinter die Kulissen und lässt uns an ihren Erlebnissen als „Neuling“ in Paris teilhaben.
 

Donnerstag, 26. Mai 2016

Heute war der langersehnte Tag! Um 11 Uhr stand unser Match auf dem Programm und so haben meine Doppelpartnerin Klaudia und ich uns von 09.30 bis 10.00 eingespielt. Danach haben wir uns umgezogen und um 11 Uhr sind wir auf dem Platz Nummer 5 eingelaufen. Wir wurden von einem Bodyguard auf den Platz geführt, das war schon speziell.

Tja, was soll ich zum Match sagen…. Wir haben in drei Sätzen verloren und ich bin sehr enttäuscht, dass wir nicht eine Runde weitergekommen sind. Mit meiner persönlichen Leistung bin ich aber eigentlich zufrieden, denn ich konnte über die drei Sätze mein Niveau hoch halten. Im ersten Satz haben Klaudia und ich beide sehr gut gespielt, wir konnten den Satz auch mit 6:2 rasch für uns entscheiden. Dann rutschte meine Partner aber ein wenig in ein Loch, aus dem sie erst im dritten Satz wieder rausfand und wir dort von 1:3 auf 3:3 aufholen konnten. Doch am Schluss waren unsere Gegnerinnen konsistenter und sie gewannen mit 2:6, 6:1, 6:3.  Aber es war eine gute Erfahrung und ich habe an meiner ersten Grand-Slam-Teilnahme viel lernen können. Das wird mir hoffentlich in Zukunft weiterhelfen.

Für mich geht es am Sonntag weiter nach Bol, wo ich nächste Woche das WTA-Turnier spielen werde. Ich hoffe, euch hat der kurze Einblick hinter die Kulissen meines ersten Grand-Slam-Turniers gefallen. Ihr könnt mir auch auf Facebook folgen: www.facebook.com/xeniaknollofficialpage

Bis bald!

Xenia

 

Mittwoch, 25. Mai 2016

Hallo zusammen

Heute stand natürlich wieder ein Training auf dem Programm, da ich erst morgen spielen werde. Neben dem Training hat es mir heute aber auch zeitlich gereicht, dass ich beim Match von Viktorija zuschauen konnte. Schade, hat es heute für sie nicht geklappt, aber ich gratuliere ihr herzlich zur tollen Leistung hier! Auch Martina Hingis habe ich heute treffen können. Wir haben uns in der Garderobe gesehen und eine Weile zusammen geplaudert….

Zu den Annehmlichkeiten hier in Paris gehört auch, dass die Spielerinnen und Spieler auf der Anlage zum Coiffeur gehen können. Das habe ich natürlich ausgenutzt und hab mich noch ein bisschen stylen lassen. Den Abend haben wir dann ganz gemütlich in unserem Appartement ausklingen lassen.

 

Dienstag, 24. Mai 2016

Das grosse Highlight des heutigen Tages war, dass ich mein grosses Vorbild Justine Henin getroffen habe. Ihr varientenreiches Spiel hat mich immer fasziniert und ich spiele auch ähnlich wie sie. Dazu kommt, dass sie sehr symphatisch ist, und natürlich musste ich gleich ein Bild mit ihr machen!

Ansonsten war es heute ein recht langer Tag. Bereits um 9. 15 Uhr sind wir zu meinem neuen Racketsponsor Head gefahren, zu denen ich erst letzte Woche gewechselt habe. Ich durfte mein gesamtes neues Material abholen: Tennistasche, Griffbänder, Dämpfer, Schablonen etc. Jetzt bin ich voll ausgerüstet und ready!

Traininert haben wir anschliessend auf dem Trainingsplatz im Stade Français, einer riesigen polysportiven Anlage. Wir haben zwei Stunden lang mit und gegen die als #13 gesetzten Spanierinnen Arantxa Parra Santonja und Anabel Medina Garrigues trainiert. Es war eine intensive, gute Trainingseinheit, bei der wir am Schluss noch um Punkte und Games gespielt haben. Die Trainingsbedingungen sind nicht ideal, da die Plätze natürlich alle noch sehr nass sind und es viele SpielerInnen hat, die alle auf den gleichen Plätzen trainieren wollen. Aber irgendwie arrangieren wir uns immer. Es hilft sehr, dass meine Doppelpartnerin schon lange dabei und bekannt ist. Sie kennt alle und fragt sie jeweils an, ob wir zusammen trainieren wollen.

Das Mittagessen nehme ich immer in Roland Garros ein, im Players Restaurant. Davon gibt es zwei. Eines beim Court Philipp Chartrier, das andere beim Court Suzanne Lenglen. Das zweite finde ich persönlich angenehmer, da es grösser ist und nicht so viele Besucher hat, wie dasjenige beim Center Court. Es ist schon spannend, den Spielers und ihren Coaches zu begegnen, am Tisch neben ihnen zu essen, sich mit ihnen auch mal austauschen zu können. Nur die Schweizer Spielerinnen und Spieler habe ich noch nicht gesehen. Ich werde aber versuchen morgen beim Match von Viktorija zuschauen zu gehen.

 


Nach dem Mittagessen hatte ich noch ein wenig Zeit, bei einigen Matches zugeschaut: Azarenka, Williams, Ivanovic, den Rest des Murray-Matches. Ich schaue einfach, welche Spieler mich interessieren. Ob es ein Frauen- oder Herrenmatch ist, spielt keine Rolle. Man kann immer etwas lernen.

Ich weiss mittlerweile, dass wir morgen unseren Match noch nicht bestreiten werden. Am Nachmittag ab 16 Uhr steht deshalb morgen eine weitere Trainingseinheit auf dem Programm. Das heisst aber auch, dass ich am morgen ausschlafen kann. Deshalb sind wir heute abend nach dem Dinner noch zum Eiffelturm gefahren. J’ [heart]  Paris!

 

Montag, 23. Mai 2016

Hallo zusammen

Mittlerweile sind wir also zu viert hier in Paris: mein Coach Ismar Corcic ist heute auch eingetroffen, ebenso meine Mutter, die mich hier direkt vor Ort unterstützen wird. Wir wohnen jetzt in einem etwas grösseren Apartment im Zentrum.

Am Mittag haben Klaudia und ich auf Nebenplätzen in der Nähe von Roland Garros trainiert und konnten auch gegen die polnisch-argentinische Doppelpaarung Paula Kania und Maria Irigoyen einen Satz spielen. Im Anschluss daran sind wir auf die Anlage gefahren, wo ich der Berner Zeitung ein Interview geben durfte. Das ist mittlerweile auch schon erschienen: www.bernerzeitung.ch/sport/tennis/hier-spielt-die-musik/story/19831006

Am Nachmittag hatte ich dann die Möglichkeit, noch ein wenig beim Match zwischen Andy Murray und Radek Stepanek zuzuschauen. Heute war insgesamt ein eher ruhiger Tag, aber das wird sich nun bald ändern…

 

Sonntag, 22. Mai 2016

Heute habe ich Roland Garros nicht nur von aussen, sondern auch von innen erleben dürfen! Wir sind um 11 Uhr auf die Anlage gefahren. Dafür konnten wir den offiziellen Transport benutzen. Da es ziemlich viele Leute gab, die warteten, war alles ein bisschen verspätet. Aber schliesslich sind wir doch gut angekommen und haben die vielen Leute gesehen, die für Tickets angestanden sind.

Dann gings los: Meine Doppelpartnerin ist die Polin Klaudia Jans-Ignacik, die bereits zu den Top-30 der Welt im Doppel gehört hat. Sie ist sehr erfahren und hat versucht, mir die Nervosität zu nehmen. Sie hat mir heute alles gezeigt: die ganze Anlage, die Garderoben, die Players Lounge und natürlich die grossen Courts Suzanne Lenglen und Philippe Chartrier.  Sie hat mir alle Details erklärt, was ich sehr zu schätzen weiss. Das ist nicht selbstverständlich und hat mir sehr geholfen. Ich habe mittlerweile auch meine Akkreditierung erhalten und habe bei einigen Matches kurz zugeschaut. 

 

Von 14.00 bis 15.00 Uhr konnten wir dann erstmals trainieren. Es wäre eigentlich länger vorgesehen gewesen, aber der Regen hat auch unsere Pläne durcheinander gebracht. Das nächste Training ist nun für morgen früh angesetzt – falls das Wetter es zulässt. Sonst können wir allenfalls in der Halle etwas trainieren oder im Fitnesscenter schwitzen. Wir werden das dann spontan entscheiden.

Dann ist heute auch die Auslosung für das Doppelturnier herausgekommen. Ich konnte es fast nicht glauben – Klaudia und ich treffen ausgerechnet auf die Serbin Aleksandra Krunic und ihre Partnerin Mirjana Lucic-Baroni. Denn Aleksandra ist eigentlich meine „Standardpartnerin“ – wir haben zusammen vor zwei Wochen das Turnier in Rabat gewonnen, durch welches ich mich für Paris qualifizieren konnte. Da wir aber beide zusammen nicht zwingend ins Turnier gekommen wären, haben wir uns für besser klassierte Partner entschieden. Dass wir nun – bei 64 Teams - gleich in der ersten Runde aufeinandertreffen ist aber nicht nur negativ: denn es bedeutet, dass eine von uns ganz sicher in der zweiten Runde steht, wichtige Punkte sammeln kann, die uns für die künftigen Turniere, die wir zusammen spielen wollen, helfen werden. Wir beide kennen uns sehr gut und sind eng befreundet, das macht es sicher spannend.

Ach ja, und was die Spielerinnen und Spieler als Willkommensgeschenke vom Turnier erhalten, seht ihr im Video smiley

 

Samstag, 21. Mai 2016

Hallo zusammen!

Jetzt bin ich also tatsächlich in Paris an den French Open! Es ist ein unglaubliches Gefühl, und ich habe die letzten beiden Nächte fast nicht geschlafen vor Aufregung. Wir – mein Freund und ich – sind heute morgen mit dem Auto nach Paris losgefahren. Übermorgen kommen dann noch mein Coach und meine Mutter nach Paris und dann geht es so richtig los. Ich kann es noch kaum fassen, dass ich mich qualifiziert habe und nun hier bin – letztes Jahr habe ich das Turnier noch im Fernsehen mitverfolgt und davon geträumt, wie es sein würde, dabei zu sein. Ich bin so motiviert, dass wir heute abend, als wir in Paris angekommen sind, gleich zum Turniergelände gefahren sind – noch bevor wir im Hotel eingecheckt haben. Es war natürlich alles zu, ich hatte auch noch keine Akkreditierung, aber von aussen wollte ich es mir trotzdem schon anschauen. Morgen geht es dann los – Akkreditierung abholen und erstes Training. Und dann erfahre ich auch, auf wen wir in der ersten Runde treffen werden.


Ich hoffe, ich kann euch ein paar spannende Einblicke hinter die Kulissen der French Open ermöglichen. Ich freue mich auf jeden Fall auf alles, was kommt!

A bientôt! 

 

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