Gegen negative Auswirkungen für den Schweizer Sport

26. Februar 2018, 9:58

Gegen negative Auswirkungen für den Schweizer Sport

Am 4. März stimmen wir über die No-Billag-Initiative ab. Die Initiative will die Gebühren für Radio und Fernsehen in der Schweiz abschaffen und die Sendekonzessionen an den Meistbietenden versteigern. Eine Annahme wäre das Ende der SRG, wie wir sie heute kennen. Ebenso stünden 34 private Radio- und Fernsehstationen vor dem Aus. Das hätte auch negative Auswirkungen auf die Schweizer Sportlandschaft – und den Tennissport.

«Eine Annahme der No-Billag-Initiative wäre das Ende der SRG, wie wir sie heute kennen. Ebenso stünden 34 private Radio- und Fernsehstationen vor dem Aus», erklärte Jürg Stahl, Präsident von Swiss Olympic, kürzlich an einer Medienkonferenz in Lausanne. Dies würde der Vielfalt des Schweizer Sports schaden, so Stahl. «Es gibt nur wenige Länder auf dieser Welt, die in so vielen Sportarten so erfolgreich sind wie die Schweiz. Die SRG ist ein wichtiger Grund dafür, weil sie seit vielen Jahren über mehr als 100 Sportarten tief und breit berichtet und die Schweiz für Sport begeistert.» Private Anbieter würden sich laut Stahl auf wenige, bereits heute stark mediatisierte Sportarten konzentrieren. «Allen anderen Sportarten würde ohne die SRG eine wichtige Plattform fehlen», so Stahl. Swiss Tennis stellt sich klar hinter die Position von Swiss Olympic, denn auch der Tennissport wäre davon betroffen. Und wir reden dabei ganz klar nicht nur von der TV-Präsenz von Top-Stars wie Roger Federer.

Aber wir beginnen gerne damit: Allein beim SRF wurden seit 2003 252 Grand-Slam-Partien von Roger Federer gezeigt, auf allen Turnierstufen sind es seit 2011 sogar 560 Matches, die man vom Maestro live auf SRF mitverfolgen konnte. Und gehören Sie vielleicht sogar mit zu den über 3 Millionen Personen, die letztes Jahr in der Schweiz den Australian-Open- oder den Wimbledon-Final mit den grossartigen Siegen Federer’s am TV mitverfolgt haben? Wir denken auf jeden Fall gerne daran zurück - mit den erreichten über 60% Marktanteilen scheint es einem Grossteil der Schweizer Bevölkerung ähnlich zu gehen. 

Für Schweizer Turniere ist TV-Übertragung zentral zum Überleben

Doch die SRG überträgt nicht nur die Highlights Federers, im Gegenteil. 2017 zeigte das SRF rund 260 Live-Matches (170 bei den Männern, 90 bei den Frauen), das waren fast 100 Matches mehr als noch 2015. Wichtig für das Schweizer Tennis ist auch, dass die ATP-Turniere von Basel, Gstaad und Genf sowie die WTA-Turniere von Gstaad und Biel im Fernsehen übertragen werden. Produktionen von Tennisübertragungen sind aufwändig, da es jeweils mehrere Kameras und entsprechendes Personal braucht, um das Geschehen auf dem Platz ideal abzudecken. Das können sich nicht alle TV-Stationen leisten. Keine TV-Präsenz bedeutet weniger Verbreitung und Beachtung, was wiederum zu weniger Einnahmen durch Werbung und Sponsoring führt. 

Bei der Übertragung von Events legt die SRG den Schwerpunkt auf die Schweizer Sportlerinnen und Sportler, bei nationalen wie internationalen Sportereignissen. Das ist wichtig für die Schweiz, denn unsere «Sportheldinnen» und «Sporthelden» sind Vorbilder für die nächste Generation. Und: Grosse Sportereignisse wecken Emotionen, stiften Identität und verbinden über einzelne Landesteile hinaus. Auch die Begegnungen der Schweizer Davis-Cup- und Fed-Cup-Teams werden gezeigt – egal, ob Heim- oder Auswärtsspiel. Das sind weitere, mindestens 20 Matches pro Saison.

Auch der Nachwuchsbereich und der Breitensport profitieren

Natürlich berichten Lokal- und Regionalfernseh- und Radiostationen über AthletInnen aus ihrer Region. Um aber eine grössere Aufmerksamkeit für eine Sportart zu erzielen, ist eine nationale Abdeckung nötig. Auf dieser Ebene kämpfen alle Sportverbände um Aufmerksamkeit. Nichtsdestotrotz berichtet die SRG mit ihren Fernseh- und Radiokanälen auch immer wieder über den Tennissport abseits von den absoluten Spitzenspielern und macht so die Sportart, die Junioren, Hintergrundgeschichten und Menschen und Ereignisse abseits vom Rampenlicht einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Einige Beispiele:


Porträt über die Juniorin Simona Waltert vor ihrem Einsatz in Wimbledon

Kids Tennis – das Nachwuchsförderprogramm der Schweiz

Nalani Buob - die Rollstuhltennisspielerin will nach Olympia

Die neue Halle von Swiss Tennis in Biel

Porträt Junior Yannik Steinegger

Interclub NLB TC Teufenthal

Besuch im Nationalen Leistungszentrum von Swiss Tennis
 

Es droht Gebührenverbot in der Schweizer Verfassung

Durch die Initiative soll dem Bund verboten werden, Radio- und Fernsehsender zu unterstützen. Ohne Unterstützung des Bundes für Radio und Fernsehen und damit ohne eine starke SRG sowie ohne über 30 regionale Radio- und Fernsehstationen würde der Sport in teure Bezahlangebote verschoben, wie das im Ausland zum Teil schon der Fall ist. Und es würde deutlich schwieriger, die Übertragungsrechte für weltweite Grossanlässe zu erhalten und so die Schweizer Athletinnen und Athleten bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften hautnah zu verfolgen.

Ob Athletinnen und Athleten, Vereine oder Veranstaltungen: Der Schweizer Sport braucht ein starkes, durch öffentliche Mittel unterstütztes Radio und Fernsehen.

Deshalb sagt auch Swiss Tennis klar „Nein zu No-Billag!“

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