Hiobsbotschaft für die Schweizer U18-Hoffnungen: Keine EM in Klosters

22. Juli 2020, 13:25

Hiobsbotschaft für die Schweizer U18-Hoffnungen: Keine EM in Klosters

2020 wird es keine fulminante Eröffnungszeremonie für die U18-EM in Klosters geben. Der Anlass wird auf 2021 verschoben. 

Die Absagen in Zusammenhang mit Covid-19 gehen weiter. Der Kontinentalverband Tennis Europe hat die auf September verschobenen Junioren-Europameisterschaften aller drei Alterskategorien endgültig gestrichen. Betroffen ist auch die U18-Kategorie in Klosters.

Aus heiterem Himmel kam die endgültige Absage der Europameisterschaft in Klosters für die Organisatoren nicht. Der zwischendurch gestiegene Optimismus war in den letzten Wochen durch die wieder steigenden Fallzahlen sowie das unterschiedliche Stadium der Pandemie in den verschiedenen europäischen Ländern zunehmend gebremst worden. OK-Präsident Hans Markutt sagt: «Die Vertreter einzelner Nationen müssten in Quarantäne, andere dürfen gemäss aktuellem Stand gar nicht einreisen. Die Voraussetzungen wären nicht für alle gleich gewesen.»

Zusammen mit Klosters wurden auch die Titelkämpfe in Moskau (U16) und im tschechischen Most (U14) abgesagt. Alle drei hätten eigentlich in dieser Woche stattfinden sollen, waren aber früh verschoben worden. «Bis vor etwa einem Monat war ich sehr zuversichtlich, dass es doch noch klappt, dann nahmen die Zweifel mehr und mehr zu. Schade, es wäre eine tolle EM geworden, gerade auch wegen den Aussichten unserer besten Spieler», so Markutt, der mit seiner Crew jedes Jahr viel Herzblut, Energie und Zeit in die Organisation steckt.

Tatsächlich ist die Absage der Königsklasse für die hoffnungsvollsten Schweizer besonders bedauerlich. Mit einer derart starken Equipe wäre die Gastgebernation bei den Boys wohl noch nie angetreten: Dominic Stricker, Leandro Riedi und Jeffrey Von der Schulenburg, allesamt Jahrgang 2002, hätten die Möglichkeit gehabt, vor Heimpublikum einen der letzten Höhepunkte in ihrer Junioren-Karriere zu erleben, die Ende Dezember zu Ende geht. Sie sind ausnahmslos in den Top 15 der ITF-Juniorenweltrangliste klassiert, und jedem von ihnen wäre sowohl im Einzel als auch im Doppel eine Medaille zuzutrauen gewesen.

Der Start in Klosters wäre heuer noch wertvoller gewesen, weil sie durch die Absage der Grand Slams von Wimbledon und New York bereits um zwei andere Highlights gebracht wurden. Michael Lammer, der Headcoach von Swiss Tennis, sagt: «Es ist für alle Beteiligten sehr schade, dass die EM in Klosters wie auch die Wettkämpfe in den anderen Alterskategorien abgesagt werden musste, auch wenn wir natürlich die Gründe verstehen. Wir hatten für die 18-jährigen Jungs - Leandro, Jeffrey und Dominic - auf die Heim-EM als schönen Abschluss ihrer Juniorenkarriere gehofft.»

Auch der Berner Stricker, der im Vorjahr im Prättigau in beiden Disziplinen haarscharf an einer Medaille vorbei schlitterte, bedauert die Absage sehr: «Es ist einfach sehr schade, denn wir hätten alle sehr gerne in Klosters für die Schweiz gespielt, und hätten dieses Jahr sicherlich auch gute Chancen auf Medaillen oder sogar den Titel gehabt. Die Teilnahme im letzten Jahr war einer der besten und coolsten Anlässe für uns. An der Heim-EM mit dabei zu sein, ist einfach etwas Besonderes.»

Das Jubiläum verschoben
Die Verschiebung hat auch längerfristige Konsequenzen: Das 25-Jahr-Jubiläum des Traditionsanlasses in der wunderbaren Bündner Bergwelt findet nicht wie geplant 2021 statt sondern erst ein Jahr später.

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