Gesundheit & Tennis

Die komplettesten Athleten der Welt? Tennisspieler. Viel wichtiger aber: Das Spiel mit dem gelben Filzball macht Spass und hält fit – körperlich und geistig!

In der Schweiz spielen mehr als eine halbe Million Menschen regelmässig Tennis. Trotzdem – und glücklicherweise – erscheint unsere Sportart praktisch in keiner Unfallstatistik. Im Gegenteil: Tennis gehört zu den gesündesten Sportarten, die den Körper und Geist auf vielfältige Art „auf Trab“ halten.

Koordination, Schnelligkeit, Kraft im Arm, Ballgefühl, Nervenstärke, Ausdauer – Tennisspieler sind so etwas wie die Könige des Sports. „Athletisch fördert Tennis alle Facetten“, erklärt Pierre Paganini, seit Jahren der Fitnesscoach hinter den Erfolgen von Roger Federer und Stan Wawrinka. Kein Wunder, wenden sich nach dem Ende ihrer ersten Karriere viele Fussballer, Eishockeyaner, Handballer oder Unihockey-Spieler dem weissen Sport zu. Da es im Tennis keinen Körperkontakt gibt, ist die Verletzungsgefahr ausserdem deutlich kleiner. Dabei muss der Teamgedanke, den viele Mannschaftssportler etwas vermissen, nicht zwingend verloren gehen: Im Interclub wird immer im Team gespielt, ausserdem gibt es die Möglichkeit des Doppels oder Mixed.

Schliesslich – und das schätzen gerade Frauen ausserordentlich  – muss Tennis nicht zwingend um Punkte und Games gespielt werden. Viele Hobbyspieler treffen sich zum gemütlichen Doppel- oder Mixedplausch. Für Ambitioniertere steht jedes Jahr ab Anfang Mai die Teammeisterschaft auf allen Spiellevels auf dem Programm. Für Tennis gibt es ausserdem kein Alterslimit. Pierre Paganini bestätigt: „Wenn man gesund ist und der Kreislauf mitspielt, gibt es eigentlich keine Grenze.“ Sportarzt Gery Büsser, Teamarzt der ZSC Lions und Leiter Sportmedizin an der Schulthess-Klinik, zählt auf: „Tennis fördert die Koordination und Balance und regt den Kreislauf an. Alles passiert in Bewegung. Es ist eine kurze, intensive Belastung, die aber über längere Zeit andauert.“ Büsser plädiert allerdings dafür, als Anfänger eine saubere Technik bei einem Tennislehrer zu erlernen. „Der richtige Bewegungsablauf ist wichtig, sonst besteht die Gefahr des berühmten Tennis-Ellbogens.“

Auch mit der Wahl des richtigen Belags kann man Verletzungen und Beschwerden vorbeugen. Sand oder Hallenbeläge, auf denen man rutschen kann, sind ideal. Wer Tennis spielt, bewegt sich mehr oder weniger intensiv und bringt damit sein Herz-Kreislauf-System in Schwung. Ein weiterer Effekt der intensiven Bewegung: regelmässiges Tennisspielen kann mithelfen, das eine oder andere überflüssige Kilo verschwinden zu lassen. Je nach Intensität des Spiels können nämlich bei einer Stunde Tennis bis zu 500 Kalorien verbrannt werden*.

Generell gilt: Wer über 35 Jahre alt ist und neu mit dem Sport beginnt oder wer chronische Krankheiten wie beispielsweise Bluthochdruck, Gelenk- oder Rückenprobleme hat, sollte sich vor dem Start grünes Licht vom Arzt geben lassen! Und nicht vergessen: Durch sorgfältiges Aufwärmen vor jedem Tennisspiel oder jeder Trainingseinheit können Sie Ihre Leistung verbessern und das Verletzungsrisiko verringern – zum Beispiel durch leichtes Laufen um den Platz, Lockerungs- und Dehnungsübungen oder Seilspringen.

 

*Der individuelle Kalorienverbrauch ist von vielen Faktoren abhängig: Alter, Gewicht, Intensität der Bewegung, Stoffwechsel etc. 

 

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