Praxisorientierte Tipps am 3. Forum für Juniorenverantwortliche

02. Dezember 2017, 17:46

Praxisorientierte Tipps am 3. Forum für Juniorenverantwortliche

Dr Bernhard Koye präsentierte am diesjährigen Forum für Juniorenverantwortliche

Rund 170 Personen fanden sich am frühen Samstagmorgen im Nationalen Leistungszentrum von Swiss Tennis in Biel ein, um am 3. Nationalen Forum für Juniorenverantwortliche teilzunehmen. Der Anlass, der nicht nur über die neusten Entwicklungen in der Ausbildung, bei Kids Tennis oder J+S informierte, stellte insbesondere die Themen „Leadership im Tennisclub“ und „Geld soll nicht alleinige Motivation zum Unterrichten sein“ ins Zentrum.

Ein volles, jedoch abwechslungsreiches Programm erwartete die Juniorenverantwortlichen und Funktionäre aus allen Landesteilen im Nationalen Leistungszentrum in Biel. Jürg Bühler, Leiter Ausbildung bei Swiss Tennis, hatte eingeladen und begrüsste die Anwesenden, bevor Gregor Hauser, Verantwortlicher für die J+S Coaches, die Verbands- und Ausbildungsnews präsentierte und danach über Neuerungen beim grössten Tennis-Nachwuchssponsor der Schweiz – das ist J+S mit 3.5 Mio. Franken Unterstützungsbeiträge an Clubs nämlich – informierte.

Die beiden wichtigsten Anliegen von Hauser an die Clubverantwortlichen sind einfach umzusetzen – haben aber eine grosse Wirkung. „Oft schreiben Clubs auf ihren Webseiten einfach die Namen der Tennislehrer oder der Tenniscoaches hin, ohne eine korrekte Berufsbezeichnung oder ohne zu erwähnen, welche Ausbildungen sie absolviert haben.“ Wird dieses Qualitätsmerkmal angepasst, dann ist für die Tennisspielenden auf der Suche nach einem Coach besser ersichtlich, worauf sich eine Lehrperson spezialisiert hat. Hauser zeigte ausserdem auf, wie durch den Assistentenkurs Clubmitglieder ab 15 Jahren in die Clubstrukturen eingebunden werden können und motiviert werden, Verantwortung zu übernehmen.

Mittels eines Online-Quizes konnten die Teilnehmenden abschliessend ihr Wissen zu J+S gleich testen. Einer der Vorteile des Besuches des Forums ist  schliesslich, dass damit gleich die Anerkennung als J+S-Coach für zwei Jahre verlängert werden kann (nicht gültig für J+S-Leiter).

Bereits 16 000 Kinder bei Kids Tennis dabei
Lucien Schenk, Verantwortlicher Kids Tennis, zeigte auf, in welche Richtung sich das erfolgreiche Kinderförderprogramm entwickelt und was er auch inskünftig von den Clubs und Trainern erwartet. Baerni Schär, der bekannte Radiomoderator, der souverän durch das Forum führte, fühlte Schenk am Schluss noch ein bisschen auf den Zahn: „Warum gibt es bei Kids Tennis keine Ranglisten und Podiumsplätze? Schliesslich wollen Kinder doch wissen, ob sie gewonnen haben, oder?“ Die über 16 000 Kids, die mittlerweile im Programm der Kids Tennis High School eingeschrieben sind, zeigen jedoch etwas anderes, wie Schenk erläuterte: „Kinder in dem Alter wollen sich messen, aber das Resultat steht nicht im Zentrum. Sie wollen für ihren Einsatz gewürdigt werden, und deshalb fördern wir die Haltung, dass jedes Kind einen Preis erhält, wenn es teilgenommen hat. Das fördert die Motivation viel mehr – und zwar bei allen.“

Welchen Mehrwert kann der Club seinen Mitgliedern bieten
In einem Inputreferat nahm anschliessend Prof. Dr. Bernard Koye, selber auch Tennislehrer und Wettkampftrainer B, die Anwesenden auf eine Führungsreise durch den Tennisclub im digitalen Zeitalter mit. Koye erläuterte anschaulich, warum die Wirtschaftsthemen Ausbildung, Innovation und Motivation auch für die Zukunft eines Tennisclubs eine zentrale Rolle spielen. Diese Themen wurden auch in der abschliessenden spannenden Diskussionsrunde zwischen Koye, Bühler, der langjährigen Clubfunktionärin Margrit Biese sowie Gery Riedl, Tennislehrer, diskutiert.

Für Jürg Bühler spielen zwei Faktoren eine grosse Rolle, wenn es um den Club geht: „Der Club muss mehr Verantwortung übernehmen und prüfen, mit wem er arbeitet. Man muss sich die entsprechenden Kompetenzen erarbeiten und Verträge vereinbaren, welche auch den gesetzlichen Grundlagen entsprechen. Swiss Tennis kann dabei helfen. Ausserdem soll jemand nur Tennislehrer werden, weil er gerne mit unterschiedlichen Menschen arbeitet und mithelfen will, seine und die Persönlichkeiten seiner Schüler stetig weiterzuentwickeln, nicht weil man mit Unterrichten gut Geld verdienen kann.“  

Bildergalerie

Präsentation Ausbildung / J+ S
Präsentation Prof. Dr. Koye

 

 

 

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