13. Dezember 2020, 18:16

Rekrut Züger meldet sich zurück

Drei Wochen sind vergangen seit meinem letzten Bericht aus der Spitzensport RS. Noch immer werde ich mit dem Namen Rekrut Züger angesprochen, auch wenn wir nicht mehr wirklich aussehen wie Rekruten. Ich möchte euch erzählen wie es mir ergangen ist und was in den Wochen 3-6 alles so passiert ist.

 

In den Wochen vier und fünf stand die Militärsportleiter-Ausbildung (MSL) im Fokus. Diese absolvieren wir, damit wir auch nach unserer Leistungssportkarriere in der Lage sind WK’s zu leisten.  Dies ist aber nur eine Absicherung, also ein Plan B. Wie ein Ausbildungstag während der MSL so aussieht beschreibe ich euch nachfolgend. Ihr werdet merken, dass ich noch immer im Militär bin und gewisse Regelungen herrschen, sich aber verglichen zu den ersten drei Wochen vieles verändert hat.

Tenue B gegen Tenue Sport eingetauscht

Um 6:30 findet noch immer das tägliche Antrittsverlesen draussen statt. Ein grosser Unterschied besteht aber im Tenue. Wir tragen anstelle des Kampfanzuges nun schon beim AV das Tenue Sport. Das Programm bleibt dasselbe: Anwesenheitskontrolle, Tagesablauf durchgehen und Nationalhymne singen. Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich mich in Trainerhosen nicht mehr so richtig militärisch fühle. Dazu kommt, dass sich auch das Wetter verändert hat.
Magglingen ist seit ein paar Tagen eingeschneit und ähnelt einer Winterlandschaft. Optisch zwar schön, doch um 6:30 in Joggingschuhen und Trainerhosen unfassbar kalt. Dies ist einer der wenig negativen Punkte. Wir frieren. Und dies jeden Morgen direkt nach dem Aufstehen.

Turnstunde wie in der Schulzeit

Nach dem AV und dem folgenden Frühstück laufen wir hoch in die Sporthalle. Dort beginnt um 8:00 die MSL-Ausbildung.  Zu Beginn meist eine Stunde Theorie über Trainingswissenschaften, danach stiegen wir in die Praxis ein. Die theoretische Ausbildung war etwas langweilig, weil vieles davon für uns Leistungssportler selbsterklärend war. Der praktische Teil war dafür umso spassiger. Ich fühlte mich ein wenig wie in einer Turnstunde im Klassenlager. Von Sitzball über Unihockey bis hin zu Badminton war alles dabei. Drei Stunden lang übten wir die verschiedensten polysportiven Sportarten aus und hatten jede Menge Spass.

Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, dass alle Rekruten mega ehrgeizig sind und nicht gerne verlieren. Dies brachte eine coole Dynamik in die Ausbildung. Spannend zu sehen waren die sportartenspezifischen Unterschiede. Ruderer oder Triathleten haben etwas weniger Ballgefühl, was auch mal für den einen oder anderen Lacher sorgte.

Abgeschlossen haben wir die Ausbildung mit einer theoretischen sowie einer praktischen Prüfung. Alle von uns musste eine Unterrichtseinheit vorbereiten und leiten. Dies bereitete mir keine Probleme und so habe ich diesen Teil bestanden.  

Viele Freiheiten

Nach der Ausbildung um 12:00 hatten wir vom Militär kein Programm mehr. Essen durften wir, wann wir wollten, und dann war selbstständiges Training dran. An den meisten Tagen ging ich zu Swiss Tennis ins Nationale Leistungszentrum in Biel ins Training. Dies funktioniert super, denn ich kann jederzeit ein Auto vom Militär holen und bin damit in 15 Minuten in Biel. Dort trainiere ich ca. 3h auf dem Platz. Mein Konditionstraining mache ich meistens danach in Magglingen. Die Halle «Ende der Welt» bietet optimale Infrastrukturen für Kraft-, Schnelligkeit- oder auch Ausdauertraining.

Auch Massage gehört dazu

Gegen 18:00 bin ich meistens fertig und fahre wieder zurück zur Unterkunft, die im übrigen das Hotel ist. Auch fürs Abendessen haben wir keine festen Zeiten mehr und wir können essen, wann wir wollen. Dies senkt das Stresslevel schon etwas. Nach dem Abendessen gehe ich zweimal pro Woche in die Massage. Auch dieses Angebot können wir kostenlos nutzten. Man fühlt sich wie ein richtiger Profisportler.  

Oft treffen wir uns dann noch in der Bar oder im Aufenthaltsraum, spielen Karten oder tauschen uns einfach aus. Mit Masken natürlich. Trotz den strengen Massnahmen befinden sich aktuell wieder drei Athleten in Quarantäne. Dies ist sehr schade, aber den Umständen entsprechen vernünftig.  Um 22:00 ist Zimmerruhe und diese wird auch meist so eingehalten.

Ausblick

Mit dem Abschliessen der sechsten Woche ist auch der Ausbildungsteil so gut wie abgeschlossen. Wir werden nur noch einzelne Workshops als fixes Programm haben. Wir können nun auch für Auslandeinsätze Urlaube beantragen. Nächste Woche gehe ich also nach Kairo an ein Turnier – und das während der RS! Während dieser Zeit erhalte ich weiterhin Sold und bin Rekrut der Schweizer Armee. Das ist schon toll. Noch immer bin ich sehr positiv eingestellt und sehr happy, dass ich mich für die Spitzensport-RS entschieden zu haben.

 

 

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