SCT: Premiere für Kym, Von Deichmann zum Zweiten

19. Dezember 2021, 17:51

SCT: Premiere für Kym, Von Deichmann zum Zweiten

Jakub Paul gewinnt als Honda Champion (Bester über Einzel und Doppel) das Leasing für den Honda Jazz für ein Jahr

Der erst 18-jährige Fricktaler Jérôme Kym ist erstmals Schweizer Meister bei den Aktiven. Bei den Frauen sicherte sich die Liechtensteinerin Kathinka von Deichmann ihren zweiten Titel.

Ein Backhand-Longline-Passierball, dann war es geschafft. Jérôme Kym riss die Arme in die Höhe, und freute sich. Für ihn hätte die Zeit im Juniorenalter nicht besser enden können. Drei Jahre, nachdem der Fricktaler an gleicher Stätte bis ins Endspiel vorgestossen war und dort Serienmeister Henri Laaksonen gefordert hatte, setzte er sich gegen Rémy Bertola durch. Der Luganese hatte im Turnierverlauf ebenfalls überzeugt, war diesmal aber gegen das höhere Tempo und die verbesserte Sicherheit von Kym machtlos.

Kym war nach einem harten Trainingsblock nach Biel gekommen, hatte den Fokus in den letzten fünf Wochen voll auf die kommende Sason gelegt. Dementsprechend war er sich seines Formstandes nicht sicher gewesen. «Ich hatte lange keine Matches mehr gespielt, und die erste Runde war für mich die Schwierigste.» Nach dem dennoch klaren Startsieg gegen Mischa Lanz setzte er mit dem Zweisatzsieg gegen Sandro Ehrat ein erstes Ausrufezeichen, und im Halbfinal gegen Jonas Schär überzeugte er nach Satz- und Breakrückstand auch mit kämpferischen Qualitäten. Gegen Bertola schliesslich stellte er auch seine Fortschritte bei langen Ballwechseln unter Beweis, die er seit Beginn der Zusammenarbeit mit dem Österreicher Markus Hipfl erzielt hat. 

Der jüngste Schweizer Davis-Cup-Spieler der Geschichte erhält somit rechtzeitig vor dem vollständigen Übertritt auf de Ochsentour der Erwachsenen eine zusätzliche Moralspritze. Kyms Zielsetzung für die kommenden Monate ist klar: «Ich will bei den Future-Turnieren so schnell wie möglich viele Punkte sammeln, damit ich dann die Challenger bestreiten kann.» Dabei weiss er nach dem Jahr mit seinen bisher meisten Matchgewinnen definitiv um seine Qualitäten. «Ich habe viel mehr Selbstvertrauen als noch vor einem Jahr», sagte er kurz vor der Siegerehrung.

Bei den Frauen konnte der Showdwon zwischen den Nummern 1 und 2 der Setzliste die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Die topgesetzte Simona Waltert, die am Vortag gegen Alina Granwehr nach vergebenem Matchball eine Sonderschicht in Form eines dritten Satzes hatte einlegen müssen, hatte bereits im Halbfinal Schulterbeschwerden beklagt. Bei 1:4 im ersten Satz liess sie sich behandeln, zwei Games später gab sie auf. Verständlich, angesichts der Müdigkeit nach einer langen Saison, und weil schon bald mit der Qualifikation fürs Australian Open der erste Höhepunkt der neuen Spielzeit ansteht.

Kathinka von Deichmann gelang mit ihrem zweiten Schweizer Meistertitel nach 2016 der versöhnliche Abschluss nach einer schwierigen Saison. Sieben Monate hatte sie wegen einer Ellbogenverletzung pausieren müssen, in der Weltrangliste ist sie abgerutscht. «Jetzt fühle ich mich aber sehr gut, und bin voller Energie», sagte sie. Den neuen Schwung will die Athletin mit den schwierig zu konternden Slicebällen in den australischen Sommer mitnehmen. Schon am 27. Dezember fliegt sie gen Ozeanien, vor der Qualifikation zum Australian Open bestreitet sie noch ein 60’000-Dollar-Turnier in der Nähe von Melbourne. 

Hochspannung bis zur letzten Sekunde der Meisterschaft herrschte im Kampf um den Honda Tennis Champion. Der Spieler oder die Spielerin mit den meisten Punkten aus Einzel und Doppel - nach einem speziellen Verteilschlüssel - kann ein Jahr einen Honda im Leasing fahren. Hätte Rémy Bertola an der Seite von Sandro Ehrat im Champions-Tiebreak einen von sechs Matchbällen versenkt, wäre das Fahrzeug ins Südtessin gegangen. Schliesslich nützten aber Jakub Paul/Mirko Martinez ihrerseits den zweiten Matchball, und so kommt Paul in den Genuss des Wagens.    

Parallel zur Schweizer Elite standen an den letzten Tagen auch die 40 besten Clubmeisterinnen und Clubmeister im Einsatz und kämpften an der Rado Club Champion Trophy nebst Ehre auch um wertvolle Uhren und Sachpreise. Die Titel sicherten sich Jiri Lokaj (Aktive), Serge Lutgen (45+), Mélina Gonzalez (Aktive) und Nicole Spicher (40+). 

Seit 2016 unterstützt die Rado Uhren AG, die sich auch weltweit im Tennissport engagiert, den Schweizer Tennissport als Verbandspartner von Swiss Tennis. Dazu gehören auch das Titelsponsoring des grössten Schweizer Breitensportanlasses im Tennis, die Rado Interclub-Meisterschaften oder eben die Rado Club Champion Trophy. Neu wird Rado auch Presenting Partner der Swiss Tennis International Tour (mehr dazu hier).


Biel. Securitas Swiss Champion Trophy. Einzel. Halbfinals.

Männer: Rémy Bertola (3, N1.10) s. Jakub Paul (1, N1.7) 6:3, 6:2. Jérôme Kym (5, N2.14) s. Jonas Schär (8, N2.22) 3:6, 6:2, 6:3.
- Final: Kym s. Bertola 6:3, 6:3.
Frauen. Simona Waltert (1, N1.6) s. Alina Granwehr (5, N2.15) 6:3, 6:7, 6:3. Kathinka von Deichmann (2, N1.7) s. Valentina Ryser (6, N2.17) 6:4, 6:1.
- Final: Von Deichmann s. Waltert 6:1 w.o.

Doppel. Finals. Männer: Jakub Paul/Mirko Martinez (2, N1.7/N2.19) s. Rémy Bertola/Sandro Ehrat (1, N1.10/N1.9) 6:7, 7:6, 16:14. - Frauen: Xenia Knoll/Ylena In-Albon (1, N2.24/N1.8) s. Nina Stadler/Alina Granwehr (2, N2.22/N2.15) 6:4, 6:4.



Rado Club Champion Trophy. Finals:
Männer. Aktive: Jiri Lokai (2, N4.142) s. Marc Hofer (4, R1) 6:3, 6:3. - 45+:  Serge Lutgen (2, R2) s. Christian Henke (R3) 6:2, 6:4.
Frauen. Aktive: Mélina Gonzalez (R2) s. Chiara Talleri (1, N4.73) 6:1, 6:1. - 40+: Nicole Spicher (2, R2) s. Corinne Erni (1, R1) w.o. 

 

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