Wie athletisch sind Sie?

30. Oktober 2017, 13:29

Wie athletisch sind Sie?

Swiss Tennis-Kaderspieler Jean-Marc Malkovski beim Leistungstest

Die Athletik im modernen Tennis ist beeindruckend. Explosivität, Schnelligkeit und Präzision machen die unglaublichsten Ballwechsel möglich. Klar, wir sind alles keine kleinen Roger Federers. Aber an der Kondition kann jeder arbeiten und wer trainiert, macht Fortschritte. Wir zeigen Ihnen hier fünf einfache Übungen aus dem Swiss Tennis Leistungstest, die Sie auch selber machen können.

Keine Frage, wer sein Tennisspiel verbessern will, braucht eine gute physische Verfassung. Ein athletischer Spieler ist nämlich:

  • schnell und hat deshalb mehr Zeit
  • kräftig und deshalb stabiler in seinen Bewegungen
  • ausdauernd und kann deshalb sein Niveau länger halten
  • koordiniert und kann sich deshalb präziser bewegen
  • beweglich und kann deshalb extreme Bälle besser erreichen und ist weniger verletzungsanfällig 

Im Spitzensport ist die Perfektionierung jedes einzelnen Puzzleteils enorm wichtig. Wenn das Bild nicht komplett ist, wird sich auch der Erfolg nicht einstellen. „Im Breitensport kann das Puzzle weniger komplett sein. Hauptsache ist, es hat weniger Löcher als das Puzzle auf der anderen Seite des Netzes“, erklärt Christoph Biaggi, Konditionstrainer bei Swiss Tennis, mit einem Schmunzeln.
 
Um herauszufinden, wie es um die Athletik eines Sportlers bestellt ist, werden Leistungstests gemacht. Der Test liefert einerseits eine Standortbestimmung, andererseits können so auch Fortschritte dokumentiert werden.
 
Wollen Sie wissen, wie athletisch Sie sind? Auch Breitensportler können nämlich mit einfachen Hilfsmitteln wie Messband und Stoppuhr einen Leistungstest durchführen. Wichtig ist einfach, dass jedes Mal unter gleichen Bedingungen (Belag, Anzahl Versuche, ausgeruhter Zustand usw.) getestet wird.
 
Testen Sie Ihre Athletik mit diesen fünf Übungen aus dem Swiss Tennis Leistungstest.
Als Referenzwert haben wir Ihnen die Resultate unserer beiden U14-Weltmeister Yarin Aebi und Jérôme Kym angegeben.

Wurf Medizinball über Kopf (2kg / 2 Versuche)
Stellen Sie sich mit einem Bein an eine Linie. Der Medizinball wird mit einer Ausholbewegung (ähnlich dem Service im Tennis) beidhändig über Kopf geworfen. Das hintere Bein darf herangezogen werden. Abspringen ist erlaubt, aber die Linie darf weder berührt noch übertreten werden. Messen Sie die Weite des Wurfes (Distanz von der Linie bis zum ersten Auftreffen des Balles).
Diese Übung liefert Informationen zur Schnellkraft v.a. im Oberkörper. Im Tennis ist dies v.a. beim Aufschlag/Smash wichtig.
Vergleichswerte: Yarin Aebi 9.54m / Jérôme Kym 10.58m

5er-Hupf / Froschhupf (2 Versuche)
Stellen Sie sich beidbeinig hinter eine Linie und machen Sie 5 aufeinanderfolgende rhythmisch ausgeführte beidbeinige Sprünge. Beim letzten Sprung beidbeinig stehen bleiben. Gemessen wird der weitere Versuch. Hier wird die Schnellkraft der Beine (inkl. koordinativer Elemente) gemessen. Im Tennis ist diese v.a. für Starts aus der Richtungsänderung in tiefen Positionen wichtig.
Vergleichswerte: Yarin Aebi 11.56m / Jérôme Kym 10.84m

Sprint (10m und 20m)
Messen Sie Ihre Zeit auf 10m und 20m.
Bei diesen Sprints wird die Startschnelligkeit gemessen. Im Spiel sind die meisten Distanzen weniger als 10m.
Vergleichswerte: Yarin Aebi 1.95/3.46, Jérôme Kym 2.04/3.51

Klimmzüge
Messen Sie die Anzahl der Klimmzüge bis zu einem Maximum von 10 Wiederholung. Achten Sie dabei auf die korrekte Ausführung: Hängen Sie mit gestreckten Armen und Untergriff etwa schulterbreit an die Klimmzugstange. Ziehen Sie sich nun mit den Armen soweit hoch, bis das Kinn über der Stange ist und lassen Sie sich danach kontrolliert wieder in die Ausgangsposition zurückgleiten (ohne Schwung).
Diese Übung liefert Informationen zur Kraft im Oberkörper, was im Tennis v.a. für Schultern, Arme und Hände wichtig ist.
Vergleichswerte: Yarin Aebi 5 / Jérôme Kym 2

Liegestützen
Messen Sie die Anzahl Liegestützen bis zu einem Maximum von 20 Wiederholungen. Achten Sie dabei auf die korrekte Ausführung: Legen Sie sich bäuchlings auf den Boden, Hände flach mit ausgestrecktem Daumen neben den Schulter. Drücken Sie sich aus dieser Position in die Liegestützposition mit gestreckten Armen. Auf der Höhe der Brust wird ein Markierungshütchen platziert. Dieses muss unten immer berührt werden. Nun werden Liegestützen im Sekundentakt ausgeführt.
Auch hier wird die Kraft des Oberkörpers gemessen. Im Tennis ist v.a. Schulter-, Oberkörperkraft und Körperspannung relevant.
Vergleichswerte: Yarin Aebi 13 / Jérôme Kym 20
 
Was sagen die Resultate aus?
„Ein Leistungstest durchzuführen ist relativ einfach. Nicht immer einfach ist es hingegen, die richtigen Schlüsse für das Training daraus zu ziehen“, weiss Biaggi. Während Vergleiche mit anderen Spielern zwar spannend sind und nicht selten guten Gesprächsstoff bergen, sind Längsschnittvergleiche einzelner Spieler relevanter. Dabei wird der Test, je nach Trainingsphase, nach ca. 6 bis 8 Wochen wiederholt. Häufig zeigt der zweite Test bessere Resultate und motiviert so zusätzlich zu weiterem Training. Mit den Resultaten der Leistungstest soll nicht primär die Frage beantwortet werden „Wie gut bin ich?“ sondern vielmehr „Was soll ich vermehrt trainieren?“.
 
Leistungstests im Spitzensport
Im Spitzensport sind die Leistungstest natürlich komplexer und dauern manchmal mehrere Tage. Dabei werden alle konditionellen Faktoren wie Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit sowie die Koordination getestet. „Nach dem Test wird jedes physische Puzzleteil der einzelnen Athleten genau unter die Lupe genommen und analysiert, in welchen Bereichen verstärkt gearbeitet werden muss“, erklärt Biaggi.

Informationen zum Swiss Tennis Leistungstest finden Sie unter www.swisstennis.ch/leistungstest. In untenstehendem Video erklärt Beni Linder, Headcoach Kondition bei Swiss Tennis, weitere Details zum Leistungstest.

 


 
 

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