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11. September 2024, 08:29

Davis Cup: Ein Blick auf das peruanische Tennis

Tennis ist in Peru auf dem Vormarsch. Der peruanische Doppelspezialist Alexander Merino gab uns anlässlich des ITF-Turniers in Muttenz einen Einblick in die Entwicklung des Sports in seinem Heimatland und darüber hinaus. Im Interview spricht er über die Herausforderungen und Chancen, die das peruanische Tennis und seine Spieler in Biel erwarten.

«Tennis in Peru wächst», sagt Alexander Merino. Diese einfache Aussage ist jedoch das Ergebnis jahrelanger Bemühungen. «Es ist ein Sport, der zeitweise einige gute Spieler hatte. Dann ging es ein bisschen bergab. Aber jetzt, in den letzten sechs, sieben Jahren, fängt er an, wieder populärer zu werden», erklärt Merino. Ein wesentlicher Faktor für diese Entwicklung ist der Davis Cup. Tritt Peru im Nationenwettkampf an, steigt das Interesse der Öffentlichkeit. «Auch dank Juan Pablo Varillas und seinen guten Ergebnissen bei Grand Slams und anderen ATP-Turnieren», fährt Merino fort. Varillas sei eine Inspiration für viele junge Spieler, und seine Erfolge haben dem peruanischen Tennis neuen Auftrieb gegeben. «Die Leute fangen an, sich mehr dafür zu interessieren und sie investieren mehr», sagt Merino. Diese Investitionen sind entscheidend, um die nächste Generation von Talenten zu fördern und den Tennissport in Peru weiterzuentwickeln.

Der Davis Cup: Ein patriotisches Spektakel

«Die Menschen in Peru sind sehr patriotisch. Wenn es um Fussball, Volleyball oder Tennis geht, haben sie ein grösseres Zugehörigkeitsgefühl», erzählt Merino. Die Atmosphäre bei Heimspielen sei elektrisierend, fast wie bei einem Fussballspiel. «Die Fans bringen auch Instrumente wie Trommeln mit. Es ist also eine tolle Atmosphäre», schwärmt Merino. Diese Unterstützung ist für die Spieler von unschätzbarem Wert. «Es fühlt sich an, als würde man für sein Land kämpfen», sagt Merino. Bei einem solchen Ereignis dabei zu sein, sei eine enorme Verantwortung, aber auch eine riesige Ehre, erklärt der 31-Jährige, der bisher einmal im Davis Cup zum Einsatz kam. «Man will auf und neben dem Platz sein Land gut vertreten. Und ich denke, es war für mich eine grosse Lernerfahrung.»

Junge Talente und die Zukunft des peruanischen Tennis

Die Zukunft des peruanischen Tennis sehe rosig aus, vor allem dank junger Spieler wie Gonzalo Bueno und Ignacio Buse. «In den letzten Begegnungen haben die jüngeren Spieler abwechslungsweise als Nummer 2 oder Nummer 3 gespielt», sagt Merino. Er bewundert ihre Unerschrockenheit und ihren Mut, sich den Herausforderungen des Davis Cups zu stellen. «Sie haben keine Angst vor ihren Gegnern, was sehr wichtig ist», betont Merino, für den diese jungen Talente ein wichtiger Bestandteil des Teams sind. Ihre Energie und ihr Kampfgeist seien inspirierend. «Ich mag diese Kombination aus guter Energie, aber auch aus Verantwortung und dem Glauben daran, dass sie jeden schlagen können», sagt er. Mit einer solchen Einstellung sind sie bestens gerüstet, um die Zukunft des peruanischen Tennis zu gestalten. Ausserdem hebt er den Teamgeist hervor, der unter den peruanischen Spielern herrscht – unabhängig davon, ob sie fürs Nationalteam aufgeboten werden oder nicht: «Wir reden über alles miteinander. Wir verfolgen die Leistunden der anderen an den Turnieren und unterstützen uns gegenseitig. Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist sehr stark und es ist einfach so, dass jeder, der nicht gerade spielt, die anderen unterstützt und ihnen so Energie gibt.»

Das zweite Duell gegen die Schweiz

Ein spannendes Kapitel in der Geschichte des peruanischen Tennis steht bevor: das Duell gegen die Schweiz im Davis Cup. «Auf dem Papier ist die Schweiz der Favorit», gibt Merino zu. Doch er weiss: im Davis Cup ist alles möglich. «Es spielen so viele andere Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel Verletzungen, Selbstvertrauen oder frühere Ergebnisse», sagt er. Für Merino ist der Davis Cup ein Event der Überraschungen. «Wir haben in vielen, vielen Spielen schon seltsame Ergebnisse gesehen», erinnert er sich. Das Duell gegen die Schweiz könnte eine solche Überraschung bereithalten. Merino ist überzeugt, dass sein Team bereit ist, alles zu geben und das Unmögliche möglich zu machen – wie sie das schon vor vier Jahren in Lima beim 3:1-Erfolg über die Schweiz schafften.

Für die Davis-Cup-Begegnung Schweiz - Peru vom 13./14. September 2024 in der Swiss Tennis Arena in Biel sind noch Tickets über ticketcorner.ch verfügbar.

 

 

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