Vor allem das Davis-Cup-Comeback von Leandro Riedi (ATP 172), der dem Team zwei Jahre lang wegen verschiedenen Verletzungen gefehlt hatte und heute regelrecht über Alaa Trifi (ATP 1171) hinwegfegte, begeisterte das Publikum in der Bieler Swiss Tennis Arena. Davor hatte Jérôme Kym (ATP 192) die Schweiz mit einem Zweisatzsieg über Moez Echargui (ATP 142) in Front gebracht.
Kym gewinnt enge Partie gegen Echargui
Bereits im ersten Satz kam der Schweizer einem Servicedurchbruch näher als sein Gegner, gelingen wollte ihm ein solcher aber nicht. So fiel die Entscheidung im Tie-Break, wo Kym davon profitierte, dass er bei eigenem Aufschlag der etwas dominantere Spieler war. Der 22-jährige Fricktaler schloss den Startsatz mit fünf Punkten in Folge zu seinen Gunsten ab. Moez Echargui war damit aber keineswegs geschlagen. Der tunesische Teamleader gestaltete die Partie weiter ausgeglichen und schnupperte im zweiten Durchgang seinerseits an einem Break, jedoch ohne Erfolg. Beim Stand von 4:4 war es dann Jérôme Kym, dem der entscheidende Schritt in Richtung Sieg gelang. Er realisierte das einzige Break der gesamten Partie und beendete das Match wenig später mit seinem insgesamt zehnten Ass zum 7:6, 6:4. Somit legte das Securitas Swiss Davis Cup Team in der Begegnung vor.
Jérôme Kym: «Ich spürte am Anfang etwas die Nervosität, nach ein paar Games legte sich diese aber. Es war eine Partie, in der nicht zuletzt auch Geduld gefragt war. Severin Lüthi hatte mich perfekt darauf eingestellt und so blieb ich meinem Spiel treu und wurde am Ende dafür belohnt.»
Riedi lässt Trifi keine Chance
Anschliessend nahm Leandro Riedi den Schwung seines Kollegen gleich mit ins zweite Einzel. Der 24-jährige Zürcher legte gegen den fünf Jahre jüngeren Alaa Trifi sofort vor und führte schon bald mit 3:0. Er liess ein zweites Break folgen und sicherte sich den Startsatz, ohne Zweifel darüber aufkommen zu lassen, wer der bessere Spieler auf dem Platz ist. Daran änderte sich auch im weiteren Spielverlauf nichts. Im Gegenteil, Riedi brillierte jetzt nicht zuletzt mit seinen Returns und liess seinem Gegner nicht den Hauch einer Chance. Nach nicht einmal einer Stunde Spielzeit hiess es 6:1, 6:0 und die Schweiz lag gegen Tunesien mit zwei Längen in Führung.
Leandro Riedi: «Ich habe es extrem geschätzt, wie das Team heute für mich da war. Es fühlte sich an, als wären wir zu sechst auf dem Platz. Je länger das Match lief, desto mehr lief es für mich. Am Ende kamen dann auch noch ein Netzroller und ein paar richtig gute Returns dazu. Ich bin heute wirklich happy mit meinem Spiel.»
Entscheidung fällt am Samstag
Somit haben Dominic Stricker und Jakub Paul morgen Samstag die Möglichkeit, bereits im Doppel den entscheidenden dritten Punkt für ihr Team zu holen. Sie treffen dabei auf Skander Mansouri und Aziz Ouakaa. Gespielt wird ab 13:00 Uhr in der Swiss Tennis Arena in Biel.
Severin Lüthi: «Ich bin sehr zufrieden mit dem heutigen Tag. Jérôme hat in einem engen Spiel die Nerven behalten und Leandro ein richtig gutes Match gezeigt. Nun geht es darum, den Fokus nicht zu verlieren. Die Begegnung ist noch nicht gewonnen und wir müssen das Doppel morgen mit der gleichen Einstellung in Angriff nehmen wie die Einzel heute.»

