Viel Potenzial im Schweizer Team in Klosters

15. Juli 2016, 13:50

Viel Potenzial im Schweizer Team in Klosters

Rebeka Masarova, eine der Favoritinnen in Klosters.

Die besten Tennis-Junioren Europas gastieren ab Montag zum 20. Mal an der U18-EM in Klosters. Auch in diesem Jahr ist mit einer starken Schweizer Delegation zu rechnen.

Wie so oft in den letzten Jahren wird die grösste Aufmerksamkeit im Schweizer Lager einer weiblichen Teilnehmerin gelten. Ruhten die Hoffnungen zuletzt auf Belinda Bencic und Jil Teichmann, so ist nun die Reihe an Rebeka Masarova. Die 16-jährige Baslerin hat einen kometenhaften Aufstieg hinter sich. Im Januar machte sie mit dem Erreichen des Halbfinals beim Australian Open erstmals auf der grössten Juniorenbühne auf sich aufmerksam, mit dem Titel in Roland Garros stieg sie in einen ganz erlauchten Kreis auf, dem aus der Schweiz einzig Martina Hingis und Bencic angehörten. In den nächsten Wochen bestätigte sie ihre Form mit dem Titel in Offenbach und der Finalteilnahme in Berlin, diese Woche verblüffte sie in Gstaad bei ihrem Debüt auf der WTA-Tour mit einem Sieg gegen die ehemalige Nummer 1 Jelena Jankovic.

Die grossgewachsene Athletin hat in diesem Jahr 34 von 40 Partien im Juniorinnen-Circuit gewonnen. Vor ihrem Auftritt in Wimbledon belegte sie Rang 2 im ITF-Ranking, nachdem sie von Position 25 aus ins Jahr gestartet war. Dementsprechend gross und legitim sind auch die Erwartungen für Klosters. „Für sie ist der Titel das Ziel“, nimmt Swiss Tennis-Headcoach Yves Allegro kein Blatt vor den Mund.

Im Schatten von Masarova spielte sich in Paris auch Ylena In-Albon erstmals ins Hauptfeld eines Grand Slams vor. Die Walliserin hat mit einer Matchbilanz von 24:7 ebenfalls ein gutes Jahr hinter sich, gekrönt durch einen Final in Frankreich (Grade 2) und zwei Titel bei den Grade-4-Events in Oberpfullendorf und der Swiss Junior Trophy in Oberentfelden. Zusätzlich stand sie in Paris im Doppel-Halbfinal. „Sie spielt sehr clever, mit vielen Variationen und hat ihre Hauptstärken auf Sand“, beurteilt Allegro seine Kantonskollegin. Und setzt die Ziele hoch: „Viertelfinal bis Halbfinal“. Komplettiert wird das Quintett von Jessica Crivelletto, der frisch gekürten U18-Meisterin Daniela Vukovic und Tamara Arnold.

Osmakcic jederzeit für Exploit gut

Schon früh waren die Augen im Schweizer Nachwuchstennis auf Marko Osmakcic gerichtet. Der Zürcher sollte in der Lage sein, dereinst die Lücke zu den aktuellen Spitzenspielern zu verringern und fuhr schon früh erste Erfolge ein. Das Potenzial ist geblieben, zuletzt hielten die Resultate mit den Erwartungen aber nicht immer schritt. „Er ist aber immer noch in der Ausbildung“, gibt Allegro zu bedenken.

Der auf dem Platz sehr emotionale Osmakcic hat seit dem letzten US Open kein Juniorenturnier mehr bestritten und ist dementsprechend im ITF-Juniorenranking weit abgerutscht. Stattdessen hat er die harte Mühle der Future-Turniere auf sich genommen, die unterste und härteste Stufe im Männertennis. Für seine temporäre Rückkehr zu den Altersgenossen traut ihm Allegro viel zu: „Er kann alle Spieler, die in Klosters sind, schlagen. Er ist zwar nicht Favorit, aber durchaus in der Lage, die Überraschung zu schaffen. Das Ziel für ihn ist der Halbfinal.“

Den anderen Weg geht bisher Mirko Martinez. Der Neunburger setzt konsequent auf Juniorenturniere und ist im dortigen Ranking der beste Schweizer. Allegro traut ihm im Bündnerland einiges zu: „Er ist ein Kämpfer. Mirko ist noch unkonstant, kann aber über ein Spiel auch die Besten schlagen. Für ihn sehe ich den Viertelfinal als Ziel. Für eine Überraschung gut sind Luca Keist und Gabriel Currlin, die beiden Filigrantechniker.

Erster Höhepunkt auf Madrisa

Das Jubiläumsturnier wird in einem würdigen Rahmen eingeläutet. Die Eröffnungsfeier findet in luftiger Höhe und vor spektakulärem Panorama am Sonntag Abend auf Madrisa statt, ebenso vorher das Sign-In und das Meeting der Captains. 
 
Klosters. U18-EM (18. - 24. Juli). Das Schweizer Team. Junioren: Luca Keist (Liestal), Marko Osmakcic (Rafz), Mirko Martinez (Neuchâtel), Gabriel Currlin (Locarno). Juniorinnen: Rebeka Masarova (Basel), Ylena In-Albon (Baltschieder), Jessica Crivelletto (Sursee), Daniela Vukovic (Rorbas), Tamara Arnold (Kappel).

Website Tennis Klosters

Text: Marco Keller

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