Die Schweiz ist nur noch ein Sieg davon entfernt, nächstes Jahr wieder zu den besten Nationen im Billie Jean King Cup zu gehören. In den Play-Offs gegen Serbien liegt das Team von Captain Heinz Günthardt mit 2:0 in Front. Viktorija Golubic (WTA 108) doppelte heute Freitag nach, nachdem Belinda Bencic (WTA 913) mit ihrem Sieg über Lola Radivojevic (WTA 181) vorgelegt hatte.
Bencic als wäre sie nie weg gewesen!
Besser hätte der 27-jährigen Ostschweizerin der Auftakt in ihr Comeback-Match nicht gelingen können. Gleich im allerersten Game erspielte sie sich ein Break, zwei weitere sollten im Laufe des Satzes folgen. Nur einmal hätte man bei Belinda Bencic kurz so etwas wie fehlende Matchpraxis erahnen können, als sie ihr erstes Aufschlagspiel mit zwei Doppelfehlern herschenkte. Ansonsten dominierte sie die Ballwechsel nach Belieben und begeisterte damit die rund tausend Fans in der Bieler Swiss Tennis Arena. Nach 34 Minuten war der erste Durchgang mit 6:2 im Trockenen.
Auch zu Beginn des zweiten Satzes setzte Bencic ihre Gegnerin, die 19-jährige Lola Radivojevic, sofort unter Druck. Anders als zu Beginn der Partie vermochte die Serbin ihren Service jedoch trotz Breakbällen gegen sich zu halten. Allerdings nur anfangs, denn schon bei zweiter Gelegenheit schlug die Schweizerin zu. Eine Antwort in Form eines Re-Breaks hatte Radivojevic noch bereit, ehe Belinda Bencic endgültig davonzog und schliesslich auch den zweiten Satz gewann. Als wäre sie nie weg gewesen, sicherte sie der Schweiz mit einem 6:2 und 6:2-Sieg den ersten Punkt.
Belinda Bencic: «Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung und damit, wie alles gelaufen ist. Phasenweise hat es sich tatsächlich angefühlt, als wäre ich nie weg gewesen. Dennoch war ich etwas nervöser, als gewohnt, was sicher auch mit dem Auftritt vor dem Heimpublikum zu tun hatte. Dass auch meine Tochter mit dabei war und ich ihr zwischendurch sogar zuwinken konnte, macht mich glücklich.»
Golubic lässt nichts anbrennen!
Beflügelt vom Auftritt ihrer Teamkollegin startete auch Viktorija Golubic in ihr Match gegen Mia Ristic (WTA 394). Kaum hatte die Partie begonnen, lag die 32-jährige Zürcherin auch schon mit 4:0 in Front. Zwar begann sich die erst 18-jährige Serbin danach besser zu wehren, ohne aber im ersten Durchgang noch einmal ernsthaft gefährlich zu werden. Golubic schloss den Startsatz mit zwei sehenswerten Winnern zum 6:2 ab.
An den Kräfteverhältnissen änderte sich auch im weiteren Verlauf der Partie nichts. Golubic blieb die bessere Spielerin und führte auch im zweiten Satz schon bald mit Break. Mit dem Selbstvertrauen einer Spielerin, die eben erst ihr zweites WTA-Turnier gewonnen hatte, steuerte die Schweizerin dem sicheren Sieg entgegen. Nach knapp anderthalb Stunden war es soweit: Viktorija Golubic verwertete ihren dritten Matchball zum 6:2 und 6:3. Somit führt die Schweiz nach dem ersten Tag mit zwei Längen Vorsprung gegen Serbien.
Viktorija Golubic: «Der Sieg von Belinda hat mir viel Energie verliehen und diese Energie konnte ich von Anfang an auf den Platz bringen. Ich bin sehr zufrieden damit, wie ich das Match bis zum Ende dominieren konnte. Dabei hat mir sicher auch das Selbstvertrauen geholfen, welches mir meine Leistungen und Resultate in den letzten Wochen verliehen haben.»
Heinz Günthardt: «Man darf sich nicht täuschen lassen von den klaren Resultaten. Die Serbinnen waren heute alles andere als schlecht und unsere Spielerinnen mussten schon extrem gutes Tennis spielen, um die Matches derart souverän zu gewinnen. Ich bin sehr stolz auf die Leistungen von Belinda und Viktorija. Die Ausgangslage für morgen ist somit perfekt. Jedoch ist noch nichts gewonnen und wir werden alles dafür tun, den nötigen dritten Sieg einzufahren.»
Die Entscheidung fällt am Samstag
Morgen Samstag stehen ab 14 Uhr zwei weitere Einzel auf dem Programm. Zuerst misst sich Viktorija Golubic im Duell der beiden Nummern eins mit Lola Radivojevic, im Anschluss trifft Belinda Bencic auf Mia Ristic. Gewinnt eine der beiden Schweizerinnen, bestreitet das Securitas Team Schweiz nächstes Jahr die Billie Jean King Cup Qualifiers. Sollte die Begegnung nach diesen beiden Partien 2:2 stehen, entscheidet ein abschliessendes Doppel.



